In den Höhlen

In den Höhlen

Wenn dich eine muntere Quelle
könnt verschlucken ganz und gar,
stürzt du ab in dunkler Welle
tiefen Wassers kalt und klar.
Dort ist alles Licht verloren.
Wasser treibt hier spiegellos.
Hinter vielen dunklen Toren
werden kleine Dinge groß.
Fern vom quicklebendigen Treiben
sind die Höhlen abgerückt.
Länger musst du schon verbleiben,
bis ein Zugang dir wohl glückt.
Ganz von Finsternis umnachtet
wandern Tiere blind und bleich.
Wer den Höhlenkrebs betrachtet,
steht vor einem neuen Reich.
Wenn manch schmaler Fadenwurm
schlingert in der Wasserschicht,
gleicht das einem Wirbelsturm.
Mehr geschieht hier eben nicht.
Viele von den tausend Arten,
die auf tiefes Wasser schwörn,
werden ewig lange warten,
bis sie einen Menschen hörn.
So bleibt gottseidank verborgen
mancher Rest von der Natur.
Gestern, heute und auch morgen
bleiben ohne unsere Spur.
Tief im Grunde bleibt noch Wahrheit.
Weltgeschehen erscheint hier fern.
Mit der Zeit kommt hier die Klarheit
ohne Funkeln, ohne Stern.

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