Schillerne Quelle

Schillerne Quelle

Wenn ein Schiller oder Goethe
stimmen an die Lyrikflöte,
um an einer klaren Quelle
Worte singen in die Welle,
werden Reime sanft und weich
Farben aus dem Dichterreich.

Wenn ein ernster Ökologe
mit der feuchten Elektrode
sorgsam forscht nach sauren Ionen
und nach Tieren, die hier wohnen,
kennt er von der Quelle nur
seine Analysespur.

Zwischen dichterischen Worten
und den Untersuchungsorten
zwischen Versmaß wie auch Reim
und der Quellenschnecken Schleim
liegen wahrlich große Welten.
Andre Maße jeweils gelten.

Mit dem warmen Herzen sehen
oder die Natur verstehen,
in Gedichten schillernd malen
oder bilanzieren in Zahlen –
beides schreibst du eifrig nieder.
Doch – was ist dir letztlich lieber?

Goethe war den Köcherfliegen,
die so gern im Wasser wiegen,
kaum wohl nah – sein Quellenbild
wurd durch freien Geist gestillt.
Will ein Biologe Quellen studieren,
wird er sich kaum darin verlieren,
was Fantasie ihm dabei schenkt.
Weil lieber nüchtern er gern denkt,
macht er stets den Faktencheck
Logik bleibt allein der Zweck.
Beide sehen nur eine Seite.
Doch die Quelle sie kann mehr.
Sie hat Tiefe, sie hat Weite
und ihr Inneres wird nie leer.

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