Die Kuhle

Die Kuhle

Meine erste Umweltschule
war beim Opa eine Kuhle.
So als Dötz von zehn, elf Jahren
konnte ich dort viel erfahren.
Vor dem Hof fast an der Straße
lag dies kleine Wasserloch.
Ziemlich winzig waren die Maße.
Doch zum Tümpeln reicht es noch.
Mit dem Sieb als kleinem Kescher
wühlte ich im braunen Sud.
Wurde bald zum Faulschlammwäscher
alt Versenktes fand ich gut.
In dem breiigen Gerümpel
zappelte ein buntes Tier
Freudenfest am faulen Tümpel
denn ein Bergmolch der war hier.
Lange hielt ich dies Amphib
mt dem Bauch so orangerot.
Sicher war ihm das nicht lieb.
Doch ich drückte es nicht tot.
Seitdem such ich Jahr für Jahr
nicht nur Molche in den Kolken.
Wo ich einst so glücklich war,
zogen lauter weiße Wolken.

Sechzig Jahre sind verflossen.
Kindheitstümpel längst verbaut.
Ach wie hab ich das genossen,
hab ins Leben reingeschaut.
Jedes Tier war für mich neu,
wusste kaum es zu benennen.
Ich verlor bald jede Scheu,
sollte später sie gut kennen.
Oft hab ich so nachgedacht,
ob das kindliche Erkunden,
mich letztlich zu dem gemacht,
was ich später hab gefunden.
Die frühen Bilder sind noch da.
Vielleicht nicht ganz original.
Doch was ich damals innig sah,
war irgendwie wie ein Signal.

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