150 Millionen

150 Millionen

Eine Yacht liegt fest im Hafen
ganz ruhig dort, fast schon verschlafen
Sehr stylisch erscheint mir ihr Design
alles exklusiv oder doch mehr zum Schein?
Als ich sie sah, war mir nichts bekannt.
Ich urlaubte in einem fremden Land.
Der Yacht gegenüber
dümpelte ein Kreuzfahrtsschiffkoloss –
von unten betrachtet unwirklich groß.
Ansonsten kleinere Boote in üppiger Zahl
Vallettas Hafen ist hier wohl erste Wahl.
Die schneeweiße futuristische Yacht
hat mein Interesse immer mehr entfacht.
Ich konnte ihren Namenszug so grad erkennen
Bald sollte ich sogar den Besitzer benennen.
Ein Milliardär aus dem fernen Indien
darf auf dieser Yacht jederzeit sündigen. Weiterlesen

Papilio

Papilio

Die Leichtigkeit des frohen Seins
liegt hier weit außerhalb des Weins.
In frühlingshaften, lauen Lüften
aromenhaft gewürzt mit Düften
will er aus tausend Blütenmündern,
den süßen Nektar saugend plündern.
Er tanzt im Wind, gaukelt ins Freie
zieht flatternd Kreise immer neue.
Er schaukelt trunken hin und her
dann segelt er schwerelos gen Meer.
Doch bald schon kehrt er gern zurück.
Denn nur an Land findet er sein Glück.
Ob Fenchel, Dill oder die wilde Möhre
die aufgerollte lange Röhre
ist schnell gestreckt zum Blütengrund
schleckt süßen Saft tief in den Mund. Weiterlesen

Farbengewitter

Farbengewitter

Es war einfach nur braches Land,
wo ich ein Farbenmeer jüngst fand.
Dies Blütenfeuer sah ich erst spät,
weil Strauchwerk schirmend davor steht.
So war der Anblick wie ein Knall
ein Farbengewitter überall.
Klatschmohn, Wucherblume, süßer Klee
nur lauter Blüten, wohin ich seh.
Ein kleines Stückchen von dieser Erde
in paradiesischer Gebärde.
Lässt man Natur nur einfach walten,
kann sich von selbst so was entfalten,
wo ich ein Wort wie wunderbar
gern nehmen möchte hier fürwahr.
Leider ist dieser Blütenwiesenfleck
unendlich weit von zu Hause weg. Weiterlesen

Nur einen Mittag

Nur einen Mittag

Vor ein paar Tagen
da lagen
ganz viele blaue Blüten
mir tief zu Füßen.
Ich kannte sie noch nicht
denn solch ein Frühlingslicht
hatte ich hier noch nicht erlebt.
An diesem Morgen schwebt
sonnige Luft über allen Wegen.
Der frühere wohltätige Regen
hat überall Blumen geweckt.
Selbst im steinigsten Pfad
da hat
es manche Blüte gewagt,
ihr schönes Gesicht zu zeigen.
Ich muss über sie steigen,
um sie nicht zu erdrücken.
Lieber will ich mich bücken,
um ihr nahe zu sein –
gemeinsam im Sonnenschein. Weiterlesen

Der gefleckte Walzenskink

Der gefleckte Walzenskink

Den Frühling auf einer fernen Insel erleben,
das kann soviel Neues am Wegrande geben.
Die letzten Tage war mein Blick zum Boden gerichtet.
Überall wurde von mir ganz Unbekanntes gesichtet.
Kaum eine Pflanze konnte ich sofort benennen.
Woher sollte ich sie auch nur kennen?
Erstmals lief ich heute und hier ja umher.
Jede Art von Diagnose fiel mir schwer.
Die ausgetauschte Pflanzenwelt war die eine Seite.
Auch die Analyse der Tierfauna führte zur Pleite.
Dort war ich zwar näher an der Identifikation dran.
Aber Genaueres über die Arten verschob ich auf irgendwann. Weiterlesen

Wie alt?

Wie alt?

Wie alt ist dieser Ammonit?
Wie lange war er damals fit?
Wie lange dauert wohl mein Leben?
Kann keine Antwort darauf geben.
Der Ammonit – das weiß die Wissenschaft –
hat es im Stein
auf 100 Millionen Jahre geschafft.
Wie lang er selbst lebendig war,
vielleicht nur dreißig, vierzig Jahr?
Mein Leben neigt sich mehr zum Ende
Heut kommt eine Jahrzehntenwende.
Ist sie die letzte oder doch nicht?
Das Schicksal seine Lösung spricht.
Wie oft hab ich die Frage gestellt:
Wie alt ist etwas von dieser Welt,
das ich gerade näher betrachte
und auf die Zeit dabei sehr achte.
Im Garten steht ein Birnenbaum
Bald blüht er wieder, wird zum Traum
aus duftenden Blüten für kurze Zeit
auch hochbetagt voller Heiterkeit. Weiterlesen

Überall nun Aufbruchstimmung

Überall nun Aufbruchstimmung

Es ist nun Zeit für Explosionen.
Nichts will mehr abgrundtief noch wohnen.
Am Schlehenzweig da springen heut
die ersten Blüten auf. Das freut
die ausgehungerten Insekten,
die lang nicht mehr am Nektar leckten.
Gewaltig drückt aus dem Gemüsebeet
feuerrot, wie ihr im Bilde seht,
Rhabarber aus dem Erdenreich.
Ein zweites Blatt , das schlüpft sogleich.
Die Hülle kann den Druck noch halten.
Doch bald wird alles sich entfalten. Weiterlesen

Heimkehrer

Heimkehrer

Herrlich milder Frühlingsabend
kurz nach Ostern im April.
Stundenlang im Garten grabend
Möhren säend und auch Dill.
Gartenarbeit weckt Gefühle,
hebt das Herz in frischem Takt.
Wie ich in der Erde wühle,
hab ich Sorgen abgehakt.

Abends in der Dämmrungs Mitte
kehr ich an den Ort zurück.
Lenke meine müden Schritte
in mein kleines Gartenstück.
An dem Teich da bleib ich stehen.
Dottergelbe Blütenpracht
kann ich in dem Spiegel sehen –
sag den Blumen „Gute Nacht“. Weiterlesen

Seltsame Blüten

Seltsame Blüten

Vor Wochen zog mich doch sehr in den Bann,
wie ein uralter Kaktus plötzlich kann
noch Blütenknospen spät austreiben.
Darüber wollte ich gerne schreiben.
Nach sechzig Jahren war es endlich soweit:
der Silberkerzenkaktus steht bald im Blütenkleid.
Zwischen dem Knospenspitzenentdeckungstag
eine gefühlte halbe Ewigkeit wohl lag,
bis dann die Blüte so eben nur aufgebrochen,
da lagen tatsächlich sechs volle Wochen.
Aus der Knospe wuchs langsam ein schuppiger Stiel.
Er wurde immer roter und versprach mir so viel.
In Gedanken sah ich schon eine Riesenblüte
Kakteenglück der allerhöchsten Güte.
Gestern wuchs aus dem Stielende was sehr Zartes hervor,
strebte länger und länger ins Freie empor. Weiterlesen