Farbengewitter

Farbengewitter

Es war einfach nur braches Land,
wo ich ein Farbenmeer jüngst fand.
Dies Blütenfeuer sah ich erst spät,
weil Strauchwerk schirmend davor steht.
So war der Anblick wie ein Knall
ein Farbengewitter überall.
Klatschmohn, Wucherblume, süßer Klee
nur lauter Blüten, wohin ich seh.
Ein kleines Stückchen von dieser Erde
in paradiesischer Gebärde.
Lässt man Natur nur einfach walten,
kann sich von selbst so was entfalten,
wo ich ein Wort wie wunderbar
gern nehmen möchte hier fürwahr.
Leider ist dieser Blütenwiesenfleck
unendlich weit von zu Hause weg.
Brachland wird selten – Boden ist teuer.
Da gibt es kaum noch solch ein Feuer.
Der Ackersaum elendig schmal
ist überdüngt schon allzumal.
Dann kommt noch Glyphosat herbei
und macht den Boden beikrautfrei.
Wenn ich den Farbenrausch vermisse,
jenseits von Tulpe und Narzisse,
dann muss ich in den Flieger steigen
und mich als Täter wieder zeigen,
der Kerosin enorm verbrennt,
obwohl er dessen Wirkung kennt.
Wie ich die Blüten lang betrachte,
ich impressionistisch bei mir dachte:
im hellsten Licht den Pinsel schwingen,
da sollte wohl ein Bild gelingen,
sicher nicht so wie bei Claude Monet –
sind ja auch keine Rosen auf dem See.

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Ein Kommentar zu “Farbengewitter

  1. wunderbare Gedanken zu dieser kleinen Reim-Geschichte aus wildem Feuer – Blüten – Meer

    lieb grüß die zuzaly 🙂

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