150 Millionen

150 Millionen

Eine Yacht liegt fest im Hafen
ganz ruhig dort, fast schon verschlafen
Sehr stylisch erscheint mir ihr Design
alles exklusiv oder doch mehr zum Schein?
Als ich sie sah, war mir nichts bekannt.
Ich urlaubte in einem fremden Land.
Der Yacht gegenüber
dümpelte ein Kreuzfahrtsschiffkoloss –
von unten betrachtet unwirklich groß.
Ansonsten kleinere Boote in üppiger Zahl
Vallettas Hafen ist hier wohl erste Wahl.
Die schneeweiße futuristische Yacht
hat mein Interesse immer mehr entfacht.
Ich konnte ihren Namenszug so grad erkennen
Bald sollte ich sogar den Besitzer benennen.
Ein Milliardär aus dem fernen Indien
darf auf dieser Yacht jederzeit sündigen.
Doch was kostet der Spaß solch einer Luxusyacht?
Hier hört dann aller Spaß auf,
weil kaum jemand lacht.
Du brauchst grad mal eben 150 Millionen,
um auf diesem Geschoss eben günstig zu wohnen.
Eigentlich fehlen mir da sämtliche Worte.
An diesem von Geldwäsche verruchten Orte
starb erst vor kurzem eine mutige Frau,
Eine Autobombe wusste das zu genau.
Mondäner Luxus neben Geldschiebeverbrechen
wie soll man da über die schöne Natur
dieser kleinen Mittelmeerinsel sprechen.
150 Millionen dafür bekommt man heute
nicht mehr den besten Fußballer als Transferbeute.
In manchem verliert diese schnöde Welt
allein durch ihr maßloses, ungerecht verteiltes Geld.
Unweit der Yacht nahe am Mittelmeerstrand
eine violette Pyramidenorchidee
ich am selben Tag noch fand.
Die ließ mich diese Yacht irgendwie doch vergessen.
Die schöne Blume habe ich für den Moment
ganz allein für mich nur besessen.

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