Fast nichts im Wege

Fast nichts im Wege

Raues Gestein in allen Größen
liegt auf dem Weg mir tief zu Füßen.
Jeder Schritt der knackt und kracht,
weil meine Sohle Druck hier macht.
Wie anders fühlt der Weg im Wald,
wo gar nichts – nur ein Ast mal knallt,
wenn ich auf ihn den Fuß schwer setze
und sein Skelett brüchig verletze.
Sonst kann aus Moos und Blätterschichten
ein weiches Bett sich hier einrichten.
Doch schnell zurück zum harten Pfad,
der immerzu nichts Zartes hat.
Daneben ist die Pflanzenwelt
Nur sehr bescheiden aufgestellt.
Flaches Gesträuch im Felsenmeer
duckt lückenhaft, ist dornenschwer.
Der Frühling macht aus armen Kraut
manch blütengeschmückte feine Braut.
Auch auf dem Weg passieren Wunder.
Als wachsamer Naturerkunder
schau ich in einen rosigen Trichter
und mein Gefühl wird dicht und dichter.
Wie aus dem Nichts blüht eine Winde,
die ich ganz blattlos vor mir finde.
Der spröde Weg treibt plötzlich Blüten,
die ihr Geheimnis lange hüten.
Die Pflanze kann sich lang bescheiden.
Ein paar Tage darf sie sich kleiden,
als sei sie die Schönste auf der Welt,
bis dann die Anmut welk zerfällt.
Ich habe heute das große Glück ,
dass ich sie seh als Blütenstück.
Die Winde, die ich sonst so hasse,
die würgend ich im Garten fasse,
die ist in der Fremde heilig und schön.
Ich hoffe auf ein Wiedersehen.

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