Renaturierung

Renaturierung

Ein Baumstamm, zersägt und portioniert
am Ende dann zum Zaunpfahl wird.
Damit das Viehzeug nicht ausbricht,
macht Stacheldraht die Weide dicht.
Am Anfang ist der Pfahl ganz nackt,
bis die Natur ins Schicksal packt.
In Wind und Wetter nach vielen Tagen
fängt die Zersetzung an zu nagen.
Verwittert zeigt das Holz bald Risse
Manch Vogel hinterlässt hier Schisse.
Krempen aus Eisen rosten im Regen.
Doch Moose und Flechten bringen Segen.
Sie wachsen über morschigen Grund.
Der Weidepfahl wird lebensbunt.
Man schaut auf eine kleine Welt,
die sich von selbst hier eingestellt.
Der Weidepfahl grenzt nicht nur ab,
bringt Sukzession nicht schlecht auf Trab.
Wenn sich ein wenig Humus findet,
dann auch ein Kraut sich vielleicht bindet.
In mancher Kopfweide, die faulend vergeht,
nicht selten ein fröhliches Weidenröschen steht.
Ein toter Pfahl, ein morscher Baum
erleben einen zweiten Traum.
So wie sich ihr Holz erdig umwandelt,
die Natur spontan dann wachsend handelt.
Sie renaturiert sich ständig ins Neue,
worüber ich mich jedes Mal freue.

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