Zwei (bis drei) Welten

Zwei (bis drei) Welten

Die Sonne lacht warm in den Teich.
Es blinken Wasserlichter.
Seerosenblätter tellergleich
verschwimmen immer dichter
Die Oberfläche von dem Blatt
wird strahlend hell bebrütet.
Sie lockt den Frosch zum Sonnenbad,
der so den Tag vergütet.
Libellen himmlischblau geschmückt
verkrümmen ihre Bäuche,
bis dass das letzte Ei entrückt
gebären ihre Schläuche.

Die Wasserseite von dem Blatt
zeigt völlig andre Welten.
Hier schabt sich manche Schnecke satt,
denn Algen sind nicht selten.
Ein Strudelwurm mit schwarzer Haut
schleicht elegant zum Räubern.
Das Linsenkrebschen hier verdaut,
was Filterbeine säubern.
Im ledrig braunen Eikokon
da wimmeln Egelkinder.
Auch Schneckenlaich bewegt sich schon
mal mehr und auch mal minder.

Die Oberwelt so sonnverwöhnt
kennt viele Lichtgestalten.
Die Unterwelt – und das versöhnt –
kann sich gleich gut entfalten.

Doch gibt es hier eine dritte Welt,
die meistens wird vergessen.
Mitten im Blatt sich jemand aufhält.
Denn dieser will hier fressen.
Eine Minierfliegenlarve knabbert sich durchs Blatt,
hinterlässt viel krumme Gänge.
Wird sie am Ende dann doch noch satt,
ziehen Spuren in die Länge.
Sie verpuppt sich an der Endstation,
ruht, um sich stark zu wandeln.
Dann fliegt die Fliege bald davon –
will sich ganz schnell verbandeln.

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