Schlüsselerlebnis

Schlüsselerlebnis

Wer hat das nicht schon längst erlebt,
dass was ins Nirgendwo entschwebt.
Mir ist das gestern gerad passiert;
Denn da auf einmal sich verliert,
die Existenz vom Schlüsselbund
und das zu unbekannter Stund.
Was ist das nur für ein Gefühl
Die Finger finden nicht ihr Ziel.
Die rechte Hosentasche war leer
Sonst liegen hier die Schlüssel quer.
Schnell ging die Suche weiter fort.
War andre Kleidung neuer Ort,
wo nun die Schlüssel träge liegen-
keine Beachtung dort wohl kriegen?
Im Haus war alles bald abgesucht
Wie oft hab ich in mich geflucht!
Wo find ich nur die Schlüssel noch?
In mir klafft innerlich ein Loch.
Sind sie verschwunden gar für immer?
Wird das Problem vielleicht noch schlimmer?
Ich musste Wege rekonstrurieren
Wo konnte ich sie nur verlieren?
Am Gartenteich hatte ich geschnitten.
Das viele Grün war nicht gelitten.
Nun suchte ich zwischen Halm und Stiel
vermutete dort wohl mein Fundziel.
Dann ging ich weiter zum Walnussbaum
Die Ernte lohnt sich bisher kaum.
Doch erste Nüsse liegen im Gras
Ob hier der Schlüssel locker saß –
bis er dann aus der Tasche sprang
und mich zum Suchen endlos zwang?
Auch hier war Lösung nicht in Sicht.
Ich fand die Schlüssel einfach nicht.
Dann hatte ich mit dem Hund gespielt.
Der rannte dabei ziemlich wild
hinter den Bällen, die ich weit warf –
brachte jeden zurück, er war so brav.
Auch hier schritt ich die Wiese ab.
Ob endlich es die Erlösung gab
und ich die Schlüssel blinken sehe?-
eh ich in Selbstmitleid vergehe.
Auch hier steh ich mit leeren Händen.
Kann ich das Schicksal nicht mehr wenden?
Ich denke nun, wie bekomme ich Ersatz
Alles Suchen war ja für die Katz.
Der Tag war doof – ich ging spät schlafen.
Mein Leichtsinn wollt mich heut wohl strafen.
Als ich fast fertig für das Bett,
da wurde mein Grinsen ziemlich nett.
Neben der Truhe da lagen sie
am Boden ruhig irgendwie.
Was freut man sich über die Eisenstücke,
als wären sie golden durch das Glücke.
Die Schlüssel waren im Haus geblieben.
Ich hatte sie fast abgeschrieben.
Denn draußen in der weiten Welt,
wenn da etwas zu Boden fällt,
dann glaubt ich selten noch daran,
dass ich was wiederfinden kann.
Ich frage mich, wann kommt der Tag,
wo ich nach Schlüsseln wieder frag.
Dann geht der Spuk wohl wieder los –
was steht am Ende dann nur bloß?

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