Gerhard Laukötter's Blog

Archiv für den Monat September 2018

Gestandene Frau Auf was ich gerade eben schau, ist eine durchgebrochene Frau. Aus Ton ist die Figur gemacht. Beim Windstoß hat es dann gekracht. Der Körper brach so in zwei Teile. Ich klebte sie schnell wieder heile. Irgendwie zerrissen bleibt der Korpus doch. Ihren Ausdruck den verstärkt dies noch. Die Frau besteht fast nur aus Beinen, die mehr als Baumstämme erscheinen. Ihr Kopf bleibt dafür ziemlich klein. Auch Weiblichkeit soll züchtig sein…. Weiterlesen

Buchenrotschwanz Beim Quittensammeln auf der Gartenwiese saß eine Raupe – so gelb wie diese. Nur ein hinteres Haarbüschel war leuchtend rot ein schöner Anblick, der sich mir bot. Eine gelbe Raupe auf gelber Quittenfrucht – hat die Larve den Aufenthalt so gesucht? Oder war es nur Zufall, dass sich die zwei begegneten eigentlich nur nebenbei. Für mich war die Raupe echt spektakulär. Ich fragte mich sogleich. Wo kommt die nur her? War… Weiterlesen

Septemberfrühling Der Tag, als endlich doch der Regen kam – nachdem die Dürre fast schon alles Leben nahm – liegt nun gut drei, vier Wochen wohl zurück. Das ersehnte Wasser war wie purstes Glück. Auch Tage später fielen noch etliche Tropfen Sie konnten den Mangel zwar nicht richtig stopfen. Doch eine Handbreit Tiefe wurde vom Boden wassergetränkt Das hat uns danach wieder Schöpfung neu geschenkt. Der Weg zum Wäldchen hin schien längst… Weiterlesen

Leinkraut Spät im Sommer, im Herbst aber früh treffe ich Löwenmäulchen – ich kenne sie schon aus den ersten Kinderjahren. Von diesen Blüten ja da waren schnell kleine Sträußchen zusammen gepflückt. Schon war die Mutter wieder etwas beglückt. Überall an Wegrändern standen sie oft dicht gedrängt, aus steinigem Schutt heraus gezwängt, suchten die Blumen gern das wärmste Licht. Schattiges Dasein das mochten sie nicht. Gestern fand ich auf einiger sonnigen Brache dieses… Weiterlesen

Kastanien blühen am 11. September Seit wenigen Tagen wird es zaghaft wieder grün. Fast Aufgegebenes fängt noch mal an zu blühn. Schier endlose Dürre hat die Natur irritiert, dass sie ihre eigene Ordnung verliert. Der fehlwüchsige Mais, längst siliert, ist verschwunden. Nun klaffen am Boden landwirtschaftliche Wunden. Vorgestern radelte ich in die Stadt. Die Langsamkeit der Bewegung hat mir schon oft den Blick für Randständiges geweitet, so dass mich vieles im Kopf… Weiterlesen

Die alte Stadt Nach Soest ging gestern kurz die Reise. Die Stadt war voll und wenig leise Wenn sonntags hier die Sonne scheint, ist Menschliches hier dicht vereint. Der alte Ort hat viel zu bieten. Man kann sich eine Führung mieten, die erzählt dann viele der Geschichten, die alte Bauten stumm berichten. Besichtigt man gern solche Stätten, kann jeder sorglos darauf wetten, dass Kirchenhäuser vorne stehen, will der Besucher Altes sehen. Auch… Weiterlesen

Rabenkrähe Neulich saß in meiner Nähe furchtlos eine Rabenkrähe. Wir beäugten uns minutenlang Dem Sperlingsvogel war nicht bang. Ich durfte ihn fotografieren. Das tu gern bei schönen Tieren. Der Vogel, der vor mir so saß von Kopf bis Fuß war rabenschwarz. Erst, als ich bis auf einem Meter herankam, krächzte mit Gezeter das Federvieh und flog von dannen – zuerst mal hoch bis auf die Pfannen vom Dach – er schaute von… Weiterlesen

Die Birne ruft! Die Birne ruft – fast alle Wespen kamen. Der tiefe Fall durch Morgenluft kannte am Ende kein Erbarmen. Am Boden lag frischgelber Brei. Die Form war sturzzerstört. Das Birnenfleisch lockte herbei, als hätten sie den Plumps gehört: Wespen, Hornissen wie auch Fliegen. Sie hocken nun ganz dicht gedrängt am süßen Tische ja da kriegen sie kaum Futterneid – so reich beschenkt. Es fallen wieder fast minütlich die Birnen; denn… Weiterlesen