Gerhard Laukötter's Blog

Archiv für den Monat Oktober 2018

Libellenende Vorige Woche da flogen sie noch beschwingt voller Lust am Teichhimmel hoch. Ihre Flugkreise waren voller wildem Elan. Für Nachkommenschaft wurde reichlich getan. Als ich diese Tiere in der Luft jagen sah, da wusste ich gleichwohl: Ihr Ende ist nah. Auch wenn sie heute vor Leben nur so sprühen, wird solch ein Tag wohl nicht mehr ihnen blühen. Das Wetter fand doch dann zu seinem Herbst zurück. Jäh endet in Kälte… Weiterlesen

Herbstliche Blütenquelle Den mörderischen Trockensommer überlebt hat eine bodendeckende Aster an steiniger Stelle. Spät im Oktober- wenn das Herbstlaub windgefegt schäumt diese Pflanze blütenvoll wie eine Quelle. Blätter sind kaum noch zu erkennen. Zu dicht ist hier der Blütenfluss. Man könnte dies fast einen Gletscher nennen. Vom Stein herab ergießt sich weißer Blumengruß. Im Blütenmeer sperren sich alte, braune Blätter. Sie warten nur noch auf den modrigen Zerfall. Doch heute ist noch… Weiterlesen

Tropfenküsse Ewig und drei Tage her ist der Tag, an dem am Himmel etwas Graues lag. Heute am Morgen war es endlich so weit Feiner Nieselregen beendet die Trockenheit. Ich spürte den ersten Regenstaub – Noch raschelte knisternd vergängliches Laub. Am Tage zuvor hatten die Winden gelacht In der milden Brise haben sie gedacht, der Sommer würde wohl nie vergehen. Sie haben auch muntere Bienen gesehen. Im Morgengrauen kam die Kaltfront daher… Weiterlesen

Späte Winden Zehn Tage noch dann der November graut Doch wenn mein Blick in den Vorgarten schaut, dann glaube ich nicht an düstere Tristesse Ein Windenmeer lockt vielmehr mein Interesse. In wunderbar pastellierten Tönen wollen hier Ranken die Augen verwöhnen. Ganz groß, dabei hauchzart sind die Trichter, in die fallen hinein nun die Sonnenlichter Man glaubt, man schwebt im Sommertraum. Doch herbstlich ist ja schon längst der Raum. Wie kommt es nur… Weiterlesen

Nebeltücher Wer webt hier nächtens weiße Bänder? Wer haucht den Atem durch die Luft? Wer schafft solch schwebende Gewänder? – die feine Kunst, die jäh verpufft, wenn Sonnenstrahlen sie durchdringt. Der Schleier dann zusammenfällt, als würd der Nebel ausgewringt – und wieder blank wird diese Welt. Nebel erfüllen weich den Raum. Dass Wasser schwebt, man sieht es kaum. Wie klein muss erst ein Tröpfchen werden, das es nicht fällt gleich auf die… Weiterlesen

Hühneraugen Wer an Hühneraugen denkt, meist seine Blicke auf die Zehen senkt. Hier entstehen böse Reibungsflächen, rote Beulen, die nur so vor Schmerzen stechen. Ich denke an alte Zeitungsreklame vom Hühneraugenpflaster stand da der Name. Auch gab es Tropfen zur Linderung Die gab es aufs Auge zur Besserung. Nach ein paar Tagen löste sich dann die tote Haut. Das Hühnerauge war pellig abgebaut. Eigentlich sind Hühneraugen doch recht munter. Tausende Male geht… Weiterlesen

Dahinter? Zum wievielten Mal stand ich da und sah zum klaren Sternenhimmel empor diesem riesigen Tor vom Horizont zum Zenit. Eine endlose Weite Länge und Breite sind irdene Maße für eine Milchstraße verlieren sie ihren Gebrauchswert. Wem das All gehört, wissen wir nicht. All das Sternengelicht, das ich in dieser Nacht sehe, ist vielleicht eher noch Nähe. Kein Mensch erreicht je einen Stern.

Oktoberlibellen Viel Birnenlaub fällt buntgegerbt Herbstastern lila grüßen Der wilde Wein heiß durchgefärbt Walnuss rollt mir zu Füßen. Die Sonne bricht durch Wolkenspalt erhellt den müden Garten. Bald tanzt die erste Lichtgestalt und kann es kaum abwarten, bis noch ein Tier hier kurvt und kreist. Oktoberlibellen balzen spät. Stare sind noch nicht abgereist Ein Rabenvolk laut mit sich kräht. Am Teich ist heute recht viel los.

Ein Stück vom Schuppenbaum Ein Stück vom Schuppenbaum führt zurück den Traum um 300 Millionen Jahre Zeit eine kleine Unendlichkeit. In warmen Sümpfen wuchsen Bärlappe hoch. Zwischen solchen Bäumen da flog manch riesiges Monsterinsekt. Später wurde es als Fossil entdeckt. Ohne Schuppenbäume gäbe es kein Ruhrgebiet. Denn die Steinkohle machte den Unterschied für Wachstum einer Industrieregion, deren Glanzzeiten aber schon einige Jahrzehnte zurück nun liegen. Zu Kohleflözen hinabgestiegen sind abertausende Kumpel im… Weiterlesen