Nebeltücher

Nebeltücher

Wer webt hier nächtens weiße Bänder?
Wer haucht den Atem durch die Luft?
Wer schafft solch schwebende Gewänder?
– die feine Kunst, die jäh verpufft,
wenn Sonnenstrahlen sie durchdringt.
Der Schleier dann zusammenfällt,
als würd der Nebel ausgewringt –
und wieder blank wird diese Welt.

Nebel erfüllen weich den Raum.
Dass Wasser schwebt, man sieht es kaum.
Wie klein muss erst ein Tröpfchen werden,
das es nicht fällt gleich auf die Erden?
Macht Winzigkeit die Kugel frei,
dass Leichtigkeit kommt so herbei.
Der Nebel bleibt Mysterium.
Er schleicht herbei und treibt sich rum,
bis er am Ende alles erfüllt-
mit ihm die Welt sich keusch verhüllt.

Heut hat er ein paar zarte Bänder
über die Wiese gespannt zum Wald.
Flauschig und weich sind alle Ränder.
Die Seele in ihm bleibt meist kalt.
Es ist der Herbst, der sich hier wandelt.
Der Nebel ist sein feuchter Gast.
Auch wenn es sich nur um Wasser handelt,
macht Nebelschleier nur kurz Rast.

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