Herbstliche Blütenquelle

Herbstliche Blütenquelle

Den mörderischen Trockensommer überlebt
hat eine bodendeckende Aster an steiniger Stelle.
Spät im Oktober- wenn das Herbstlaub windgefegt
schäumt diese Pflanze blütenvoll wie eine Quelle.
Blätter sind kaum noch zu erkennen.
Zu dicht ist hier der Blütenfluss.
Man könnte dies fast einen Gletscher nennen.
Vom Stein herab ergießt sich weißer Blumengruß.

Im Blütenmeer sperren sich alte, braune Blätter.
Sie warten nur noch auf den modrigen Zerfall.
Doch heute ist noch sonnig, warm das Wetter.
Kleine Aster lädt ein in einen Blütenwasserfall.
Recht winzig sind die zarten Kronenblätterzungen
berühren weich die Nachbarblütenschar.
Hier ist ein Kleinod wunderbar gelungen.
Florales Finale, wie ich ein solches noch nicht sah.

Die Aster schwelgt, ganz weiß in ihrem Hochzeitskleid.
Das Blatt vom Baum- todmüde – ist ein düsterer Kontrast.
Hier trifft die Lebenslust ganz eng auf Abschiedsleid.
Das Blütenmeer lacht himmelfrei – das Falllaub sinkt
und fühlt die eigne Last.
Ich werde die Astern noch des öfteren besuchen –
denn Blühen darf sie nur gewisse Zeit.
Wenn kahl sind bald die Eichen und die Buchen,
verschwindet auch ihr schönstes Hochzeitskleid.

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