Sanddornlese

Sanddornlese

Im Garten steht ein Sanddornstrauch
da landet nun manch hungriger Bauch.
Der Tisch ist hier noch reich gedeckt
Denn Frucht an Frucht am Zweige steckt.
Im Garten gibt´s nicht mehr viel zu holen.
Birnen und Äpfel sind verschollen.
Die meisten Beerensträucher sind längst leer
Im späten Sommer endete der Verzehr.
Kornelkirschen gab es dieses Mal viele.
Am Boden liegen Stein und Stiele.
Die Trauben vom süßen und wilden Wein
sind auch verdaut – so soll es sein.
Der Holunderbusch mit schwarzen Beeren
lockte sehr bald schon zum Verzehren. Weiterlesen

Ein Baum kann ziemlich schnell

Ein Baum kann ziemlich schnell

Ein Baum kann ziemlich schnell
sein Blätterkleid ausziehen.
Gestern war alles Laub noch sonnenhell,
als hätte es wohl lauter Gold geliehen.
Der Gingko steht an unseres Nachbarn Seiten.
Vor kurzem war sein Blattbehang noch grün.
Fast plötzlich änderten sich dann die Zeiten
Der ganze Baum nur noch im gelbsten Gelb erschien.
Was war das jetzt ein spätherbstliches Leuchten.
Von Blatt zu Blatt raschelte leis der Wind .
Nur stramme Windböen die scheuchten
die ersten Blätter von den Zweigen geschwind.
Dann kam zur Nacht nur kurz der Frost vorbei.
Er ließ so feines Eis zu weißer Zuckerhaut hier reifen.
Nun fühlen all die Blätter sich wie Blei
Ein leichter Hauch konnte sie vom Aste streifen. Weiterlesen

Galläpfelchen

Galläpfelchen

Wie Hexenwerk erschien mir das,
was ich als Kind schon oft entdeckte.
Die Unterseite eines Blattes zeigte etwas,
das meine Neugierde ziemlich weckte.
Da klebten Kugeln rund und grün,
wie von Geisterhand dort hin fixiert.
Im Herbst fingen sie sogar an zu glühen.
Ein Scharlachrot die Bäckchen ziert.
Heut nahm ich Herbstlaub in die Hand,
wollte Farbenvielfalt blicken.
Was ich dann plötzlich darin fand,
ließ Inneres bald wieder ticken.
Eine Eichengallwespe war der Grund
für das Kügelchen am Blatte.
Die Kinderstube wuchs ganz rund. Weiterlesen

Wie eines in dem anderen steckt

Wie eines in dem anderen steckt

Wie eines in dem anderen steckt,
das weckt
Neugierde beim Betrachten.
Messerschnitte machten
den Blick aufs Innere so frei
eigentlich ganz nebenbei.
Jetzt sah ich plötzlich Dinge
wie Porreeblätterringe,
die sich so schön umgreifen,
wenn sie im Herbst nun reifen.
Ganz ähnlich bei der Zwiebel:
sie legt enorm penibel
ihre Schalen dicht an dicht
bis zu der siebten Schicht. Weiterlesen

Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse
esse
ich erst seit ein paar Jahren.
Da habe ich erfahren,
dass die schönen Blüten
nicht nur Salate vergüten.
Zuletzt durfte ich auf Tagetes kauen.
Ihre Bitterstoffe helfen verdauen.
Wenn man erstmals
die gelben Blüten schmeckt,
entdeckt
das Zungenepithel Geschmäcker
jenseits von einfach und lecker.
Auch Gänseblümchen sind ein Genuss
nicht nur als Frühlingsgruß.
Ich kenne kaum das Pflanzenreich.
Es bietet mir trotzdem so reich
an vielfältigen Aromen,
die in Blatt und Blüte so wohnen. Weiterlesen