Die Weißmacher

Die Weißmacher

Fassadenpflege ist angesagt
Anstreichermut ist hier gefragt,
die Kuppel soll ganz weiß erstrahlen,
da muss man sehr mutig malen.
Kirchengebäude prägen Städte
Wenn Köln den Dom nicht für sich hätte,
fehlte Identität hier nah am Rhein
Wahrzeichen will manch Kirche sein.
Das Innere vom Gotteshaus
ist selten arm wie Kirchenmaus.
Mit viel Gold und Glanz wird überdeckt,
was an Verdorbenheit dahinter steckt.
Gespalten ist für mich der Blick.
Als Kind wähnte ich mich im Glück,
in dieser Kirche eng zu wohnen.
Der Himmel würd mir das schon lohnen.
Im Alter bin ich längst aufgeklärt
hab mit dem Glauben aufgehört.
Bin klar im Kopf, illusionsbefreit
seh Kirchen ohne Bitterkeit.
Baukunst, Kultur und Zeitgeschichte
erscheinen nun in anderem Lichte –
gelöst von Demut, Gnaden, Beichten,
die meine Sicht zu lange eichten.

Bald ist die Kuppel weiß gestrichen –
das Angestaubte ganz gewichen.
Im Inneren ins Reine kommen,
macht Hörige vielleicht beklommen.
Die Fassade ist bald schön geputzt.
Wird nun der Weg weiter genutzt,
Wesentliches zu reformieren?
Die Kirchen sonst noch die verlieren,
die jetzt noch treu mit ihr verbunden.
Ist dieser Rest auch noch verschwunden,
dann endet hier ein Stück Geschichte.
Noch strahlt die Kuppel weit im Lichte.

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