Nichtsagendes

Nichtsagendes

Wie oft fällt doch mein Blick
auf irgendwelches Flächenstück.
Vielleicht ist es ein Teil vom Weg,
auf den ich meine Sehkraft leg.
Betrachte Schotter, Stein und Sand,
Unkrautiges eher unverwandt.
All, was ich seh, das reizt mich nicht.
Nichts liegt mir vor, was mich anspricht.
Ein Meter Weg, den ich fokussier,
sagt mir rein gar nichts heute hier.
Mein Hirn gähnt voller Langeweile –
drängt innerlich mich bald zur Eile.
Was ganz Besonderes möcht ich erleben.
Ich wünsche mir ein Seelenbeben.
Ganz neu, großartig, phänomenal
geheimnisvoll oder elemental
sollen Eindrücke eigentlich immer sein –
nur nicht nichtsagend oder allgemein.
Das Auge bleibt nur selten dort,
wo es nichts findet an dem Ort –
wo keine Spannung objekthaft sich bindet –
wo Neugierde Aufmerksamkeit nicht zündet,
besteht kaum Interesse an einer Stelle,
die nichts anbietet auf die Schnelle.
Erlischt die Freude am Betrachten,
kühlt ab das Feuer des Entfachten.
Etwas anzuschauen, das im Inneren nichts berührt,
wo der Geist kaum Anregung im Augenblick spürt,
das fällt uns schwer, da weichen wir aus.
Wir suchen nicht die Stille sondern eher den Applaus.
Ein Bild ohne Höhepunkte, ohne Reizenergie
verletzt Begeisterung, bestraft Fantasie.
Ich meide Nichtsagendes, übersehe so viel.
Das ist einfach eine Regel im sehenden Spiel.

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