Sandrosen

Sandrosen

Was die Natur aus sich so schafft,
mein alter Schädel nur wenig rafft.
Das Lebendige etwas näher zu begreifen,
dass kann mein Sinn schon lange schleifen.
Selbst das, in dem kein Leben haucht,
schon mehr als meinen Verstand verbraucht.
Am Ende bleibt einfach nur staunen.
Das begeistert schnell dann meine Launen.

Heut hab ich mir was mitgebracht.
Ein Mineral hat mich angelacht
An einem trüben Januarmorgentag
das gute Stück auf dem Trödel lag.
Spät im Leben steckt man in einem Kampf.
Die Besitzeslust macht immer noch Dampf.
Die Trennung vom materiellen Übergepäck
nimmt wiederum fast die Kauflust weg.
Da stand ich nun ich armer Wicht:
das Stück zu kaufen – oder doch nicht.

Die Sandrose erschien mir besonders schön.
Derartiges hatte ich zuvor nicht gesehen.
Die Kristallblätter zeigten sich unversehrt.
Die Komposition war einfach unerhört
vollkommen, einmalig, ästhetisch famos –
was macht ein Begeisterter dann nur bloß?
Er macht sich zu eigen das begehrte Stück
Es bringt ihm dabei auch irgendwie Glück.
Dieses Glück ist sicherlich mammonverwandt
Doch es ist ganz konkret, liegt schwer in der Hand.

Die Laune der Natur mich durchs Mineral verzückt.
Mein neugieriges Auge die Sandrose erblickt.
Aus Sand und Gips in der Sahara entstand,
was ich eines Tages auf dem Trödel hier fand.
Unzählige Stücke vielleicht sogar tausend Mal so schön
gibt es im Bauch der Wüsten vielleicht noch zu sehen.
Diese Sandrose hat es ganz nah zu mir geschafft.
Sie strahlt voller Schönheit und innerer Kraft.

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