Zur Ewigkeit erstarrt

Zur Ewigkeit erstarrt

Selten habe ich eine derart lebendige Felswand gesehen.
Ein Vulkan musste bersten – wie auf Madeira geschehen.
Millionen Jahre sind seither verstrichen.
Das Gestein ist nur wenig in seiner Farbigkeit verblichen.
Kein Grashalm, kein Mooskissen, kein Flechtenbart
kann ich aus der Ferne erkennen
– der Fels scheint zu hart.
Selbst der raue Wind und die tosende Gischt
haben keine Weichheit in die Steilwand gewischt.
Wie hat an dieser Stelle damals die Lava nur pulsiert –
drei Schlote aus der Tiefe das Relief nun verziert.
Was damals glühend, heißere wie flüssiger Stahl,
steht seitdem erstarrt als Naturdenkmal.
Hier verwittert fast nichts –
der Zahn der Zeit, der nagt kaum.
So bleibt lebendig ein geologischer Traum.
Man mag es nicht glauben,
hier kochte Erdinnerglut.
Das Magma schoss hoch,
wie aus der Arterie das Blut.
Dann kühlte sich diese Stelle ziemlich schnell wieder ab.
Die drei Schlote im Felsen gleichen einem mineralogischen Grab.
Ziemlich lange brauche ich, mich hineinzudenken.
Immer wieder muss ich den Blick auf die Bizarrheit lenken.
Ich ahne von dem Chaos der vulkanischen Stunden.
Wie schön, dass ich solch ein Spektakel gefunden.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: