Verflechtungen

Verflechtungen

Wenn Algen auf Pilze,
Pilze auf Bakterien zugehen,
kann etwas Neues
aus ihnen entstehen.
Irgendwann wurden diese Liaisonen perfekt,
haben Flechten für sich
diese Welt entdeckt.
Die neuen Wesen wachsen nun
an fast allen Stellen.
All ihre Zellen
stammen aus zwei verschiedenen Quellen.
So sind Flechten
irgendwie halbe Pflanzen.
Als halbe Pilze besitzen sie Zwitterformat.
Manche Grün- oder Blaualge hat
sich über eine Pilzbekanntschaft
zur Flechte vereint.
Das Ergebnis sehr formenreich erscheint.
Bleiben Steine im Garten lange Zeit liegen,
irgendwann kriegen
sie bisweilen eine krustige, ledrige Haut,
die seltsam ausschaut.
In fast alle Farben gekleidet
meidet
die Flechte konkurrierende Arten.
Als Pioniere müssen sie warten
auf Orte, die wenig beliebt,
wo es kaum was zu holen gibt.
Auf dem Felsen,
an Rinden von Bäumen
dürfen sie vom Wachstum träumen.
Ein paar Millimeter im Jahr,
sprießt manches Flechtenhaar.
Flechten können weit älter
als Menschen werden.
Schlechte Luft, böses Regenwasser
können sie gefährden.
Viele Flechten habe ich schon gesehen.
Immer wieder bleibe ich bei ihnen stehen
und wundere mich über
solch eine Symbiose –
sie wird manchmal wieder lose,
wenn ein Partner
vom Standort besonders profitiert.
Dann trennt er sich aus dem Verbund.
Ihm fehlt der Grund
für die Verflechtung.
Die Verbindung
zerfällt
in die Anfangswelt.

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