Vor dem Erblühen

Vor dem Erblühen

Manchmal dauert es schon Tage,
manchmal doch nur Stunden
dann haben Blüten ihr Gesicht gefunden.
Wenn grüne Knospenhüllen brechen,
öffnet sich Münder fast zum Sprechen.
Verborgenes kommt zögerlich ans Licht
Mein Auge in die Tiefe sticht.
Das Blütenkleid ist noch gefaltet.
Mein Blick sich in die Teile spaltet,
die diese Blume mir grad gewährt.
Der Rest bleibt züchtig noch versperrt.
Geheimnisvoll und doch schon offen
lässt die Kuhschelle vieles hoffen.
Doch weil man noch nicht alles sieht,
auch Fantasie in mir aufblüht.
Am nächsten Tag dann strahlt sie bunt.
Der Blütenkelch ist voll und rund.
Die Staubgefäße stehen stramm,
als hätt gerichtet sie feiner Kamm.
Vor dem Erblühen lebt die Spannung.
Das Unsichtbare zeugt die Bannung,
die uns Erwartungsfreude bringt,
derweil die Blüte sich entwringt.
Morgen wird sich der Kelch noch weiten.
Die Kronenblätter wollen sich spreiten.
Gedeckt ist der Insektentisch
mit Nektartröpfchen, Pollen frisch.
Hummelköniginnen brummen herbei.
Ein Monat noch – dann ist es Mai.

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