Der Weg ins Leben

Ein Weg ins Leben

Über den Flächenverbrauch will z. Z. keiner sprechen.
In der grassierenden Wohnungsnot brechen
Ziele des Bodenfreiflächenschutzes wie ein
Kartenhaus in sich zusammen.
Denn viel zu wenige Schaufelbagger rammen
ihre Zähne in noch intakte Bodenökosysteme hinein.
Wohnungsbau muss in Wirtschaftswachstumszeiten einfach nur sein.

Es gibt Orte, da rudert die Natur ein wenig zurück –
so wie bei diesem ungepflegten Wegesstück.
Die Betonplatten sind vom hohen Alter gegerbt.
Das freudlose Grau durch Moose und Pflanzen gefärbt.
Der anfangs leblose Weg bekommt eine atmende Haut,
die für die meisten Menschen unordentlich ausschaut.
Wie viele Arten sind hier bereits wieder angekommen?
Eine Wegplatte wird als Lebensraum mehr und mehr angenommen.
Moose, Flechten, Blütenpflanzen können hier bestehen.
Auch wenn wir so recht noch keine Tiere sehen,
sind dort welche in den Ritzen oder tief m Mooskissen.
Springschwänze, Milben, Bärtierchen, vielleicht ein Fadenwurm
eroberten diese Stelle zwar nicht im Sturm.
Sie kamen vorsichtig zurück an diesen Ort
setzen ihr Leben einfach wieder fort.

Wird dieser Weg demnächst
durch einen neuen noch schöneren ersetzt,
weil man den jetzigen Zustand nicht schätzt,
landet dieser zarte Lebensbeginn irgendwie
verschüttet auf der Bauschuttdeponie.
Der neue Weg wird breiter, versiegelt den Boden dann total.
Der erneute Weg ins Leben endet wohl katastrophal.

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