Rotes Kraut im Dünensand

Rotes Kraut im Dünensand

Wer seine Augen neugierig gebraucht,
seine Blicke bis aufs kleinere Erdreich taucht,
der findet auch im späten Lebenssegment
noch viele neue Dinge,
die der Sinn noch nicht kennt.
Auf Texel sind viele Wanderwege aus hellem Dünensand.
Nährstoffe im Boden sind nahezu unbekannt.
Der Regen wäscht den Humus in tiefe Bodenschichten.
Da kann er für viele Pflanzen nur wenig verrichten.
Wo Sand sich ziemlich verhärtet, fest verdichtet,
ein rotes Kraut von seiner Existenz zart berichtet.
Es wächst ultraflach, Stiele wagen sich nicht in die Höhen.
Von Blüten kann ich bislang leider nichts hier sehen.
Der Namen von dem Kraut war noch nicht zu finden.
So muss nur sein Anblick mich fest an es binden.
Feuerrote Blätter kenne ich so nicht im weißen Sand
Ich nehme ein kleines Stielchen aus dem Teppich zur Hand.
Die feinen Blättchen sind dicht wie bei Moosen gedrängt.
Neben jedem kleinen Ästchen bald ein neues anfängt.
Im mageren Sand hat das Kraut
Konkurrenz kaum im Blick .
Hier stört ein wurzelnder Nachbar selten das Glück.
Ich bewundere das Pflänzchen, wie es sein Leben so schafft.
In der ausdauernden Genügsamkeit
liegt wohl seine Kraft.

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