Gerhard Laukötter's Blog

Archiv für den Monat Juni 2019

Filipendula – der zarte Duft des frühen Sommers Als würde der Holunder noch einmal blühen – ein feinsüßer Duft schwebt um mich her. Die letzte Junisonne beginnt zu glühen. Die Schritte macht das ziemlich schwer. Stolz steht das Mädesüß am Gartenteich, reckt sein Blühwerk hoch gen blauen Himmel. Das milde Weiß strahlt vornehm bleich – alle Rispen voll Gewimmel. Filipendula lädt heut köstlich ein. Ihr Duft lockt reichlich Gäste. Werbeanzeigen

Schlangensonnenbad Wann habe ich eigentlich die letzte Schlange gesehen? Da muss ich schon weit zurück in Erinnerungen gehen. Waren es zehn oder zwanzig Jahre – da hatte ich kaum graue Haare – als ich an einem so warmen Sommertag mit meinen Augen vor einer Otter oder doch einer Natter lag. Meine Begegnungen mit Schlangen sind alle viele Jahre zurückgegangen. In den heimatlichen Naturkulissen, dass sollte ich inzwischen wissen, kommen die beinlosen Tiere… Weiterlesen

Warten auf den Rambler Bobbie James so hieß ein besonderer Rosenstrauch, in dessen Lebenslauf ich heute tauch. Es mögen so etwa zehn Jahre her sein, da kam diese Pflanze in unseren Garten herein. Mit voller Absicht war diese Rose gewählt, weil sie sich weniger beim Hochklettern quält. Prophezeit waren Höhen von zehn Metern gut, die dieser Rambler richtig gern klettern tut. Die ersten Jahre schob Bobbie James viele lange Triebe – doch… Weiterlesen

Das grüne Männchen Das grüne Männchen – ein Fabelwesen – ist da nicht irgendein Märchen gewesen? Im Sciencefictionfilm war da nicht eine Gestalt so ganz vegetationell entsprungen dem Wald? Grüne Männchen kenne ich sonst nur von Ampeln her. Da regeln sie fleißig die Phasen des Verkehrs. Doch heute traf ich das grüne Männchen in Person. Ich hatte es fast übersehen in seinem moosfarbenen Ton. Es hockte an einem Baum wie eine versteinerte… Weiterlesen

Umwunden Eine Trichterwinde fand ein Paar, das vorher sich schon ganz nah gegenüber stand – ihre Hände sie verband. Er zog sie zu sich hin. Was hat er nur im Sinn? Sie streckt sich noch zurück – erwartet so das Glück. Doch beide sind erstarrt, denn Bronze macht sie hart.

Ins Natürliche verwildert Vor Jahren stand im Garten hier eine edle Rose von höchster Zucht. In Blütentracht war sie voller Zier von vielen Augen gern besucht. Ihr Edelreis erkrankte dann. Es trocknete bald Ast um Ast. Ziemlich tot erschien sie irgendwann. Vom Holze löste sich schon Bast. Ich wollte sie eigentlich entfernen. Da sah ich tief unten einen Trieb. So sollte ich wohl wieder lernen, dass die Natur hier anders schrieb.

Schafkopfkunst Zwei Findlinge im Gras gelegen zu schwer, um sie noch zu bewegen, die inspirierten Kunstideen. Das Ergebnis lässt sich wirklich sehen. Ein Stückchen Blech gut portioniert zwei Ohren seitlich anliiert – das Ganze pechschwarz glatt lackiert: schon ist ein Schafkopf konstruiert. Das Kunststück lebt stark vom Design, klebt angeschmiegt fest am Gestein. Zwei Schafe ruhen brav im Gras perfekte Kunst nenne ich das.