Schlangensonnenbad

Schlangensonnenbad

Wann habe ich eigentlich
die letzte Schlange gesehen?
Da muss ich schon weit
zurück in Erinnerungen gehen.
Waren es zehn oder zwanzig Jahre –
da hatte ich kaum graue Haare –
als ich an einem so warmen Sommertag
mit meinen Augen vor einer Otter
oder doch einer Natter lag.
Meine Begegnungen mit Schlangen
sind alle viele Jahre zurückgegangen.
In den heimatlichen Naturkulissen,
dass sollte ich inzwischen wissen,
kommen die beinlosen Tiere eher selten vor.
Hin und wieder trifft man noch welche
in geschützter Heide
oder wabberigem Moor.

Was sich da bei uns am Gartenteich sonnt,
ist eine Kunststoffattrappe –
aber im Ergebnis gekonnt.
Dort, wo eine Ringelnatter gut leben könnte
und sich zur Mittagsstund
ein üppiges Sonnenbad gönnte,
liegt nur ein ganz billiges Imitat,
das auf einem Trödelmarkt
den Besitzer gewechselt hat.
So, wie sich das Stück Plastik präsentiert,
wird nahezu jeder Betrachter irritiert.
Lebensraum und Schlangenkörperstruktur
gaukeln mir eine Idylle aus der Natur.
Ist das nun Kitsch oder ein verrückter Gag?
Auf jeden Fall erreicht diese Schlange den Zweck,
dass mancher, der sie so eben erst entdeckt,
erst einmal furchtbar erschreckt.

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