An dieser Stelle…

An dieser Stelle…

An dieser Stelle wuchsen Eichen
Jetzt starre ich
auf Stümpfe und Leichen.
Ihre Stämme liegen daneben auf dem Feld –
die bringen sicher noch etwas Geld.
Ich suche nach Gründen für ihr Sterben.
War Krankheit Ursache für ihr Verderben?
Oder sollten sie nur einfach weg.
Irgendein Mittel das heiligt jeden Zweck.

Ich erkenne noch die vielen Jahresringe –
Wenn es bloß nach dem Baume ginge,
dann wären sicher noch weitere hinzu gekommen.
Das jähe Ende macht mich beklommen.
Waren die Bäume zu hoch –
ihre Holzlast zu schwer?
Wurden sie gefährlich dem menschlichen Verkehr? Weiterlesen

Vor dem Räumkommando

Vor dem Räumkommando

Alle Jahre wieder…
kommt der Unterhaltungstrupp vorbei,
schneidet im Graben alles nieder,
macht den Abfluss wieder frei.
Der Graben entwässert die Felder
sonst wird sumpfig hier mancher Fleck.
Früher standen hier Auenwälder,
die sind schon seit langem weg.
Nun fehlt auch noch das Wasser-
der Graben wird arbeitslos.
Doch es war hier wirklich schon nasser.
Wo bleibt all das Wasser bloß?
All die letzten Jahre fehlte oft Regen
reichlich heiß war manch Sommertag.
War das Fluch oder war das Segen,
dass kein Wasser im Graben mehr lag? Weiterlesen

Wenn ein….

Wenn ein

Wenn ein….

Wenn ein Nashorn auszusterben droht,
dann sieht sogar ein Teil der Menschheit rot.
Wenn irgendwo im Boden eine Moosmilbe
endgültig verreckt,
hat sie der Mensch zuvor
vielleicht nicht einmal entdeckt.
Wenn eine Orchidee zum letzten Mal erblüht,
wird von Pflanzenliebhabern
entrüstet mitgefühlt.
Verschwindet an anderer Stelle
ein eher unscheinbares Gras,
nahezu unbemerkt geschieht das.
Wenn ein schillernder Falter nicht mehr segelt,
Rote Listen seine Ausrottung regelt,
sind einige Insektenfreunde entsetzt
die große Mehrheit scheint weniger verletzt.
Wenn ein winziger Fadenwurm
die Weltenbühne verlässt,
stellt vielleicht der Fachgelehrte das fest. Weiterlesen

Gerbera

Gerbera

Früher fand ich diese Blumen fast zu schön,
um wahr zu sein.
Ihr Aussehen war einfach zu edel, zu fein.
Gerberen wurden gern zu Anlässen verschenkt –
oft mit Glückwunschzeilen drangehängt.
Ich liebte eher die wilden Blumen am Wiesenrain –
die sollten, frisch gepflückt, in die Vasen hinein.

Später erfuhr ich noch mehr über Gerberenpflanzen.
Das schliff noch weiter die scharfen Lanzen,
die ich gegen käuflichen Blumenschmuck trieb.
Etwas von alldem bis heute noch blieb.
Gerberen wird oft der Boden entzogen.
Aus Nährlösungen wird ihr Wachstum gesogen.
Erdiger Kontakt wird peinlichst vermieden –
aus hygienischen Gründen wohl entschieden.
Da der Stängel zu schwach, die Blüten zu halten,
muss ein starker Draht seines Amtes walten. Weiterlesen