Wenn ein….

Wenn ein

Wenn ein….

Wenn ein Nashorn auszusterben droht,
dann sieht sogar ein Teil der Menschheit rot.
Wenn irgendwo im Boden eine Moosmilbe
endgültig verreckt,
hat sie der Mensch zuvor
vielleicht nicht einmal entdeckt.
Wenn eine Orchidee zum letzten Mal erblüht,
wird von Pflanzenliebhabern
entrüstet mitgefühlt.
Verschwindet an anderer Stelle
ein eher unscheinbares Gras,
nahezu unbemerkt geschieht das.
Wenn ein schillernder Falter nicht mehr segelt,
Rote Listen seine Ausrottung regelt,
sind einige Insektenfreunde entsetzt
die große Mehrheit scheint weniger verletzt.
Wenn ein winziger Fadenwurm
die Weltenbühne verlässt,
stellt vielleicht der Fachgelehrte das fest.
Die Allgemeinheit lässt dieser Tiertod ziemlich kalt.
Noch lebt genügend im nahegelegenen Wald.
Wenn ein Kiebitz nicht mehr durch Wiesenblumen läuft,
weil zu viel Dünger sich auf der Weide häuft,
sind Vogelliebhaber sichtlich verstört.
Der Rest der Bevölkerung ist dagegen kaum empört.
Er kannte zuvor den hübschen Vogel nicht.
Über seinen Verlust daher auch niemand spricht.
Wenn die kleine Quellschnecke nicht weiter leben kann,
weil der Klimawandel leider nicht erst irgendwann,
das kühle Wasser zu viele Grade erwärmt
dann ist wieder eine Art auf dieser Welt entfernt.
Auch dann wird keine große Trauerzeit starten.
Es gibt ja immer noch weltweit
kaum zu zählende Arten.

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