Herbstschatten

Herbstschatten

Oktobersonnenstrahlen –
ein letztes Mal Sandalen –
goldgelbe Quitten brechen –
Wespen längst nicht mehr stechen.
Späte Libellen tanzen.
Sie haben kaum noch Chancen
für einen Hochzeitsflug.
Natur lebt auf Entzug.
Herbstblutige Blätter fallen
in kürzeren Intervallen.
Sie decken Boden zu.
Auch der kommt nun zur Ruh.

Wolkenbäuche schieben
den Regen, den sie lieben,
von Westen in den Osten
Plusterige Amseln kosten
Fallobst, das Esser braucht,
damit die Zukunft taugt.
Jäh blitzt ein Sonnenlicht,
das durch ein Blatt sich sticht –
zeugt so ein Schattenbild.
Für Augenblicke gilt,
dass Hinteres erscheint,
sich mit Vorderem vereint.
Schon schwinden Lichtgestalten –
nur Sonne kann sie halten.
Das trübe Wolkenmeer
hängt wieder regenschwer.
Tropfen platzend versinken.
Die Erde will sie trinken.
Ihr Durst quält schon so lang.
So wird der Regenklang
fast schon zur Melodei –
der Sommer scheint vorbei.

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