Im Dornenkrater

Im Dornenkrater

Schon als kleiner Junge war ich fasziniert,
wie sich ein Kaktus nach außen hin präsentiert.
Höchst seltsam erschien mir die Pflanzengestalt,
der mein Interesse von damals an galt.
Unberührbar blieben mir bis heute alle Kakteen.
Viele habe ich in den Jahren herrlich blühend gesehen.
Am meisten imponiert hat mir das stachelige Kleid.
Damals wusste ich aber noch nicht richtig Bescheid,
dass ein Kaktus überhaupt keine Stacheln hat.
Diese Pflanze wandelt Blätter, hat Dornen anstatt.
Damit wehrt sie sich gegen alle, die sonst Pflanzen fressen.
Hat einmal ein Dorn tief in der Haut gesessen,
dann verzichtet der Hungrige wohl für alle Zeiten
auf Kaktusmahlzeiten, die Schmerzen bereiten.
Manche Dornen sind kräftig mit spitzen Nadeln bewehrt.
Andere erscheinen fast flauschig, haben Haarpracht vermehrt.
Auch so schützt sich die Pflanze vor bissigen Zähnen.
Den Ekel beim Fressen brauch ich nicht zu erwähnen.
Der Blick in das Zentrum, wo der Kaktus gerade wächst,
ist ein Trichter, der unendlich viele Dornen neu hext.
In dieser Mitte kreuzen sich kleinere Spitzen,
die nestartig tief unten in der Grube sitzen.
Ein Krater voller Dornen, so weit das Auge dringt.
Jeden Tag die Verteidigung an die Öffentlichkeit dringt.
Die Natur lernt für sich den Kampf zu überleben.
Dem einen sind Stacheln – dem anderen Dornen gegeben.

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