Kaum mehr als eine Randerscheinung

Kaum mehr als eine Randerscheinung

Neben den weltgefährdenden Problemen
und denen, die wir im Alltag wahrnehmen,
neben allem, was irgendwie getan werden muss
kommen auch viele bedeutungsarme Dinge
immer hinein in den Lebenerlebnisfluss.
Wie oft ertappe ich mich immer wieder dabei,
dass ich Gegenständen mein Augenmerk verleih,
die mir auf den ersten Blick wenig zu erzählen haben –
Gegenstände ohne besondere Strukturen oder Farben.
Manchmal ist bei solch einer Art des Betrachtens etwas passiert,
dass sich jegliche Unansehnlichkeit plötzlich verliert.
Die alltäglich, unterschwellig wahrgenommene Sache
wächst zu etwas, über das ich mir Gedanken mache.
Auf dem Routinegang zur Fütterung unserer Haustiere
laufe ich den Garten hinunter und da verliere
ich hier und da einen Blick an zufällige Kleinigkeiten,
die der Fantasie aus dem Nichts irgendwelche Freude bereiten.
Heute war am herbstlichen Teich so ein Blickmoment,
bei dem sich eine Randerscheinung aus der
Unauffälligkeit trennt.
Hier war es ein kleines Stückchen von äußerst dünnem Eis,
das fächerhaft fein gefaltet schien, ohne dass ich weiß
warum diese Kristallisationskomposition
solch eine Form erhielt – das wunderte mich schon.
Versuche, die Entstehung dieser Eisfläche zu erklären,
sollten aber die Unwissenheit darüber nur noch mehren.
Diese so unwichtige Stelle auf der doch so großen Welt
hat viele Augenblicke von mir
in die Mitte meiner Sinne gestellt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s