Novemberfeuer

Novemberfeuer

Wie unwirklich flirrt heut die Welt.
Herbstmüde Bäume sind aufgestellt
im frühen Morgenlicht,
in denen Feuer fast ausbricht.
Es meint, die Eichen brennen lichterloh.
Solch Farbengewalt sah ich bisher
noch nirgendwo.
Graudüsterer November verliert
sein Trauergesicht,
solange die entfernte Sonne
sich im Geäst heißglühend bricht.
So warm leuchtete noch nie
der greise Blätterverbund.
Der Birke fehlt schon längst ihr Bunt.
Ihr Laub liegt nass zu Füßen,
kann flatternd nicht mehr grüßen.
Die Eichen lodern angestrahlt,
als wären sie schrill angemalt.
Das Spektakel ist im Nu passe.
Nach fünf Minuten ja da seh
ich kaum noch in die Feuerbrunst.
Über schmelzenden Reif
tanzt schlanker Dunst.
Hätt ich kein Bild mir rasch gemacht,
in dem die Farbe weiter lacht,
würden Eindrücke bald verschwinden –
nur Erinnerung hilft,
sie dann zu finden.

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