Sommerreste

Sommerreste

Die Zeit der Buntheit streicht vorbei.
Wie anders färbte sich doch der Mai.
Schau ich dem November ins Gesicht,
er grauenvoll meist mit mir spricht.
Von der Gartenparty sommertrunken
ist alle Pracht in sich versunken.
Im Blumenbeet da ragen Skelette,
die niemand gern so um sich hätte.
Das letzte Laub hängt schlaff verbeult
Anderes zeigt sich ganz verknäult.
Nur die Kugeldisteln halten ihre Form-
haben zwar ihre Kelchblätter verlorn.
Doch auch so präsentieren sie ihre Köpfe
als hübsch geleerte Samentöpfe.
Bedeckt dann feiner Reif die Stängel
und pudert alle Kugeln ohne Mängel,
erscheint ein kleines Wunderland,
das meine Blicke mehr als bannt.
Was eigentlich längst ausgelebt,
mystische Spannung plötzlich hebt.
Man fühlt sich wie in einer neuen Welt,
in der Märchenhaftes scheinbar zählt.
Leider vergeht hier bald der Zauber.
Zu warme Luft leckt alles sauber.
Der Reif verschwindet leise fort.
Schon ändert sich der kleine Ort.
Was eben noch so fein geschmückt,
wird wieder düster, wirkt bedrückt.
So blieb leider nur ein kurzer Traum,
der Wundervolles schuf im Raum.

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