Schöne Scheiße!

Schöne Scheiße!

Diese Redensart hat man schon mal auf der Lippe
und ist meist nicht so ernst gemeint – wie ich tippe.
Solch ein meist selbstironischer Fluch
sagt in seiner Kürze genug.
Spät in der vorletzten Nacht
hat die Himmelklarheit spät noch Frost gebracht.
Bei meinem früh morgendlichen Gang
hier und da etwas Reifzucker sprang
mir in die Augen und zwang
mich, näher hinzusehen,
um genau auszuspähen,
was der Frost so sonderlich schmückt
und meinen Rücken tiefer hinab drückt. Weiterlesen

Medusenfeuerwerk

Medusenfeuerwerk

In den letzten und ersten Minuten des Jahres rieselt oft kein Schnee.
Feinstaub tut in unendlichen Mengen der Erdlunge dann weh.
Zuvor stehen die urbanen Himmel in buntesten Flammen,
wenn Pyromanen Startrampen in den Abendboden rammen.
Dann wird gezündet und Raketen schießen in die dunkle Luft –
hinterlassen einen abgebrannten, abscheulichen Duft.
Hoch am Firmament ein Feuerspektakel wie aus einer anderen Welt –
das alles gibt es bei Aldi schon für richtig wenig Geld.
Zusammenaddiert werden es dann furchtbar viele Millionen,
deren Feuerreste bald in unserer Atemluft wohnen. Weiterlesen

Dumm wie Bohnenstroh…

Dumm wie Bohnenstroh…

Dumm wie Bohnenstroh –
warum sagt man das einfach so?
Kann das verwelkte Bohnengestrüpp
so unfreundlich sein im Alltagsglück?
Wenn man sich diesen Spruch genauer erklärt,
dann ist das schon ein paar Zeilen wert.
Die Erntereste von Pferdebohnen
bleiben getrocknet noch ziemlich weich.
Früher waren von den Menschen- wie heute –
die wenigsten so richtig reich.
Wohlhabende lagen schön und weich
auf kuscheligem Fell und Matratzen aus feinem Stroh.
Die armen Leute waren dagegen schon froh,
wenn sie ermattet auf Bohnenstroh schliefen –
und zuvor noch den Herrgott anriefen. Weiterlesen

Ein Angler träumt

Ein Angler träumt

Ein Angler träumt ganz vor sich hin
Sein Blick geht fast ins Leere.
In seiner Hand ruht ihm sein Kinn
trägt ihm die ganze Schwere.
Die Gerte mit der Angelschnur
hängt friedlich überm Weiher.
Der Maienblüte Frohnatur
schmückt diese leise Feier.
An Irisblüten gaukeln Falter
von Aromen heiß verführt.
Der Knabe mit dem jungen Alter
von dieser Stimmung wenig fühlt. Weiterlesen

Zurückblättern

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Über viele Jahre hinweg da sammelte ich
altes Bildhaftes so wie diesen kolorierten Stich.
Im Studium lernte ich in alten Quellen lesen.
Wertvolle Bücher wurden für mich zu Wesen,
die in mir Verständnis und Wissen schufen.
Sie haben in mir Geistiges wach gerufen.
Neben den geschriebenen Worten
waren oftmals auch gedruckte Bilder zu sehen.
Sie wurde in Holz eingeschnitten
und illustrierten so manches Geschehen.
Auch Kupferplatten wurden geätzt, Steinplatten geritzt.
Bilder erschienen nun feiner als zuvor noch geschnitzt.
Auf diese Weise konnten viele Leser Welten betrachten. Weiterlesen

Weihnachtsupdate

Weihnachtsupdate

Was ist geblieben von Weihnachten –
wenn über siebzig verstrichene Jahre
dieses Ereignis heute betrachten?
Die christliche Manschette zeigt sich
inzwischen reichlich verschmutzt.
Der Klerus hat von seiner Sündhaftigkeit
eigentlich immer schon gewusst.
Der holde Knabe im lockigen Haar –
viel zu oft Objekt priesterlicher Begierde war.
Die Bethlehemidylle mit Krippe und Stall
bleibt aber Theaterkulisse auf jeden Fall.
Weihnachten trennt sich immer mehr
von dem verjährten christlichen Fest.
Von allem was war, bleibt nur ein Märchenrest. Weiterlesen

Steinfliege

Steinfliege

Was sind eigentlich Steinfliegen?
Solche, die versteinert so vor mir liegen?
Solche, die am Bachufer fliegen?
Oder solche, die dort im Sommer warme Füße kriegen?
Allen ist doch eines gemein
ihre Nähe zum Stein.
Die kleine Fliege im Stein ist uralt.
Ihre Hämolymphe seit langem kalt.
Dass solch ein zartes flügeliges Insekt
auf einmal für immer im Steine steckt,
das ist schon eine besondere Geschichte,
über die ich hier berichte. Weiterlesen

Da war einmal…

Da war einmal…

Da war einmal ein Paradies,
das durch den Menschen Erde hieß.
Vom Meeresgrund zur Bergeshöhe
gab es Getier – sogar Gletscherflöhe.
Wo Boden war -nicht eiseskalt -,
da wuchs schon bald viel Regenwald.
In einer kleinen Ewigkeit
entstand großartig Vielfältigkeit
an Wesen auf diesem Planet,
dass man in Staunen nur vergeht.
Das kleine Stück vom Meeresgrund
erlebte manch ungetrübte Stund.
Schnecken und Muscheln aufgehäuft
zeigen, wie damals Leben läuft.
Millionen Jahre sind sie schon tot.
Doch was sich damals ihnen bot,
war heile Welt – noch menschenlos.
Was dann geschah- ist beispiellos. Weiterlesen