Ein Angler träumt

Ein Angler träumt

Ein Angler träumt ganz vor sich hin
Sein Blick geht fast ins Leere.
In seiner Hand ruht ihm sein Kinn
trägt ihm die ganze Schwere.
Die Gerte mit der Angelschnur
hängt friedlich überm Weiher.
Der Maienblüte Frohnatur
schmückt diese leise Feier.
An Irisblüten gaukeln Falter
von Aromen heiß verführt.
Der Knabe mit dem jungen Alter
von dieser Stimmung wenig fühlt.
Ist einsam er oder verliebt?
Was denkt er tief versunken?
Dass es ein Fischlein hier noch gibt-
rührt wenig ihn – wie die Unken.
Seine Gedanken sind jetzt wenig frei.
Sie fesseln ihm alle Sinne.
Weit weg scheint hier die Angelei.
Er hört auf eine Stimme,
die ganz allein für ihn bestimmt,
die ihm die Wirklichkeit grad nimmt.
Wenn er am Ende ausgeträumt,
die Seele etwas aufgeräumt,
dann kennt er wieder seinen Hecht
und seine Welt wird wieder echt.

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