Eisige Irritationen

Eisige Irritationen

In Zeiten, wo Klimawandel verstört
der Januar fast den Frost entbehrt.
In diesem Winter fehlt noch ein Tag,
wo die Temperatur ganz im Minus lag.
Für Stunden huscht mal etwas Reif,
macht gerade mal den Blattrand steif.
Heut in der Früh kam ein kalter Moment,
ehe die Sonne in der Ferne brennt.
Da fror vom Nieselregen der Rest
auf wasserdichten Flächen fest.
Wo Feuchtes letztlich übrig blieb,
das Eis nun eine Geschichte schrieb.
Die Motorhaube vom Automobil
zeigt Eisgraffiti ziemlich viel.
Das Teil, das Umwelt strapaziert,
war toll geschmückt, so fein verziert.
Die Natur sie schmückt sogar ihren Feind,
bis warme Luft das Eis abweint.
Ein zweites Bild am kalten Morgen
war eigentlich schön, doch machte Sorgen.
Draußen vor der Tür lag noch ein Stück
das schmückte hier den Eingangsblick.
Es war wohl weihnachtlich getrimmt.
Doch wenn man die Dekors wegnimmt,
da bleibt ein schnöder bunter Rest,
den man dem Schicksal überlässt.
Auf etwas Herbstlaub ziemlich bunt
machte ich nächsten frostigen Fund.
Ein schöner Rand aus Eiskristallen,
ließ meine Freude richtig wallen.
Ich schoss ein Bild für den Augenblick –
da merkte ich mein Missgeschick.
Der eisverzauberte so schöne Ast
war Plastik nur, wohl ein Chinagast.
Da kommt der Tand seit Jahren her.
Der kleine Zweig hatte viel Verkehr.
Ich lerne heut, was meinem Auge gefällt,
das ist allzu oft die verkehrte Welt.

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