Von oben betrachtet

Von oben betrachtet

Von oben betrachtet präsentiert sich ein wirres Spiegelmosaik –
doch gehört hier vieles näher gerückt in den Augenblick.
Blendet man in Gedanken alle blinkenden Flächen weg,
dann wäre diese Landschaft – wie früher- ein schöner Fleck.
Ich schwebe gerade hoch über Siziliens Südküste,
was mich schon allein innerlich aufregen müsste.
Doch, was sich mir unten am Boden vielhundertfach zeigt,
führt dazu, dass mein Blutdruck noch höher steigt.
Was da unter dem Glasdächerverbund gerade heranreift,
sind Tomaten vielleicht oder Erdbeeren, die morgen so mancher greift,
wenn er seinen Einkaufwagen mit allerlei Essbaren füllt –
jedes einzelne Stück davon oft mit Plastik ganz umhüllt.
Die Tomaten sind aromafade, die Erdbeeren nur säuerlich im Geschmack.
Was da unten produziert wird unter Glas oder Foliensack,
sind vorgereiftes Gemüse und Obst, um in Winterszeiten
verwöhnten Konsumenten einen reichen Gabentisch zu bereiten.
Hier werden natürliche Ressourcen versiegelt und zerstört –
Umweltschützer in ihrer Sorge nur am Rande gehört.
Wie entwickelt sich wohl dieser Küstenstreifen in den nächsten Jahren?
Wenn wir weiter so konsumieren und uns bedienen mit Waren,
die unter Glashauben wachsen ohne richtig gut zu schmecken
und die im Wahnsinn einer törichten Nahrungsproduktion stecken.
Bald landet der Flieger – ein Inselaufenthalt soll mich beglücken.
Beim Morgenbuffet im Hotel liegen rote Erdbeeren in Stücken –
gezuckert und mit frischer Sahne verziert,
locken sie zum Verzehr- als wäre gar nichts passiert.

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