Ohrwürmer

Ohrwürmer

Ich meine nicht die Melodien,
die in uns summen stundenlang.
Es sind nicht Töne, Symphonien
Nicht allzu trauter Liedgesang.
Nicht mal ein Wurm ist das Objekt,
so wie der Name fälschlich deutet.
Das Tier, das wirklich in ihm steckt,
sich öfter mal im Wachstum häutet.
Man nennt ihn böse Ohrenkneifer –
Denn Zangen trägt er groß fürwahr.
Verurteilt früh im Übereifer –
Von ihm kommt wirklich kaum Gefahr. Weiterlesen

Im reichen Liliengrunde

Im reichen Liliengrunde

Vorfreude währt schon ziemlich lang
Schau täglich auf die Knospenspitzen
Dann endlich ist der Blühanfang
Lilienblüten glänzend blitzen.
Was ist manch Kelch so riesengroß?
Welch Farben zeigen noble Töne?
Die Eleganz im Weiß famos! –
Und warmes Gelb bringt nur das Schöne.
Der Lilienduft steigt in die Nase
Verführerisch – stark komponiert.
Stell ich sie mir gleich in die Vase? –
Damit Parfum sich schwer verliert. Weiterlesen

An der schönen Renau

An der schönen Renau

Nah am kahlen Asten da quillt
die Renau hoch oben am Hang.
Ihr kühles und klares Wasser stillt
Dem Durstigen bei seinem Gang.
Inmitten von Milzkrautkissen
Fließt Grundwasser  frei und so hell
Alpenstrudelwürmer sie wissen
Dies ist ein gar köstlicher Quell.
Sie treffen dort kleinste Schnecken
mit feinem Opalschimmerhaus.
Die weiden in allen Ecken
Und schauen so niedlich aus. Weiterlesen

Im hohen Wiesengrase

Im hohen Wiesengrase

Vom Sonnenlicht fällt viel ins Gras
Entzündet tausend Tröpfchen.
Es klebt noch weiches Nebelgas
An nassen Samenköpfchen.
Das Wiesengras ist fast verblüht,
Lässt Blatt und Frucht vergilben.
Die Distel ihren Charme versprüht.
Am Boden plaudern Milben.
Ich blick hinein und seh nicht weit
Im Meer aus Halm und Stängeln
Die Morgenbrise streift das Kleid
Mit schönsten Tropfgehängen. Weiterlesen

Die Haut der Erde

Die Haut der Erde

Die Haut der Erde kann ich kaum beschreiben.
Sie zeigt lebendig sich am fernen Ort.
Wo Ozeane Meeresgründe reiben,
setzt fernste Vita abgrundtief sich fort.

Beherrscht vom Wasser hab ich Hautprobleme.
Was ist beim Meer denn wohl die Erdenhaut?
Wenn ich jedoch die Kontinente nehme,
ist mir die irden Haut schon fast vertraut.

Dort, wo Natur blieb, treibt ein stetig Wachsen.
Die Haut erbaut sich ganz aus sich heraus.
Entwicklung läuft in Raum- und Zeitenachsen
Natur schaut dabei zukunftsfreudig aus.

Im Wald erlebt der Boden seine Krönung.
Erscheint so ganz und gar nicht erdgestört.
Ein luftig Blätterwerk liegt als Verschönung
Und Artenreichtum quillt so unerhört. Weiterlesen