Amselfreuden

Amselfreuden

Herz zerreißend schöne Arien
Schallen aus der Amselbrust.
Doch da gibt es auch Szenarien,
Wo die Freude schlägt in Frust.

Wenn die ersten Kirschen reifen,
Sind die Amseln längst schon da.
Ihre spitzen Schnäbel greifen
Süßes Fleisch wie jedes Jahr.

Wenig später leuchten lecker
Erdbeeren mit schönster Frucht.
Doch da hör ich ihr Gekecker:
Beeren sind schon längst gebucht. Weiterlesen

Berkelgesichter

Berkelgesichter

Im Billerbecker Baumbergland
Die Berkel ihren Ursprung fand.
Wie ihre Quellen einstmals flossen
Sich rein in Keuschheit haben ergossen ,
das können wir nur noch erahnen –
denn Berkel fließt in unsren Bahnen.
Das, was als Quelle auserkoren,
Geht tief im faulen Schlamm verloren.
Die klare flache Wasserschicht
Vergibt die Sündenliste nicht.
Im ausgebauten Ententeiche
Liegt quasi eine Quellenleiche.
Die stets gewährte Wasserspeise
Geht danach bachwärts auf die Reise. Weiterlesen

Reisefieber

Im Reisefieber

Zwei Seelen leben in der Brust
Hier sesshaft sein – dort Reiselust.
Nomadentum kennt man dazu,
wenn Menschen kommen nie zur Ruh.
Zu Fuß, zu Pferd oder mit Segel
Gereist wurde mit Kind und Kegel.
Doch lange waren die Betuchten,
die ganz allein die Ferne suchten.
Ob sie nun Goethe, Humboldt hießen,
sie konnten Reisen früh genießen.
Wer unten mehr im Staate diente,
nur ein paar Taler grad verdiente,
der blieb zu Hause nah am Herd
hat nicht in weiter Welt verkehrt. Weiterlesen

Nur Formsache!

Nur Formsache ?

Von Alters her sieht man das Streben,
sein Grundstück trennend abzuheben.
Gemauert oder eingezäunt
Wird ferngehalten, was nicht Freund.
Um lieblicher hier abzuschrecken,
da pflanzt der Mensch wohl grüne Hecken.
Die Pflanzen müssen Schnitt vertragen
Denn Wildwuchs hat hier nicht das Sagen.
Ob Buxbaum oder die Hainbuchen
Gehölze braucht man nicht zu suchen:
Liguster, Weißdorn oder Eibe
Sind formgeschnittene Augenweide. Weiterlesen

Nur nervig!

Nur nervig!

Da hat man Zeit für etwas Ruh
passend ein Sofa noch dazu.
Müdigkeit bringt Schlafbegier
Doch da besucht mich so ein Tier.
Leis summend kommt es angeflogen
Und landet dann in seichtem Bogen
Mitten auf dem Nasenbein –
Und das juckt schier ungemein.
So wie der Störenfried erkannt,
da fuchtelt wild bald meine Hand. Weiterlesen

Waldtraut, die Milbe

Waldtraut, die Milbe

Noch reicht die Sehkraft meiner Augen,
kann kleines aus dem Spinnenreich sehen.
Für richtig Winziges nicht mal taugen
Die Brillen, die auf Nasen stehen.

Waldtraut, die Milbe ist so klein.
und krabbelt unermüdlich.
Ihr braunes Hemd wirkt wenig fein –
Das macht sie kaum betrüblich.

Ich nenn dies Tier heut einfach so,
da es im Wald vertraut ist.
Ihr Dasein ist fern jeder Show
ein quirlig Leben im Genist. Weiterlesen