Von wegen Lustmolch!

Von wegen Lustmolch!

So mancher Titel, der vergeben,
da mag der Träger nicht mit leben.
Der Doktorgrad ziert hohen Adel
auch unverdient, bis kommt der Tadel.
Beim Lustmolch find ich keine Gründe
Für diesen Namen voller Sünde.
Wer Molche jetzt im Mai studiert –
Sich für den Sex interessiert,
der wird enttäuscht von dem Gebaren,
das Lurche bei der Hochzeit fahren. Weiterlesen

Wagenspur – In der Spur es wagen?

Wagenspur –
In der Spur es wagen?

In Wald und Feld wer kennt sie nicht:
Die tief gewalzte Wagenspur.
Der Untergrund wird fest und dicht
Als Zeugnis grober Fahrkultur.
Nach Regenschauern füllen sich
Besonders tiefe Dellen.
Beim Wandern ja da stören mich
Die Wasserpfützenstellen.
Einen Bogen mach ich um sie rum,
damit ich nicht verdrecke.
Ein falscher Tritt der wäre dumm,
Weil ich im Schlammloch stecke.
An einem Tag mit Mußezeit
blieb ich an Pfütze stehen.
Ich war auf einmal ganz bereit,
dies Wasser anzusehen. Weiterlesen

Der Mohn ist aufgegangen

Der Mohn ist aufgegangen

Dicke Knospen drücken prall –
platzen bald im Maien.
Aus Blüte bricht ein Feuerball.
Rot will sich ganz befreien.

Der Blütenkelch im Silberhaar
Springt ab vom Scharlachkleide.
Ich freue mich so Jahr für Jahr,
auf diese Augenweide :

Der Mohn ist aufgegangen.
Die Blütenblätter prangen
So rot und wunderbar.
Was sich so feurig zeiget –
Als Knospe noch verneiget –
Wird lodernd so zum roten Star. Weiterlesen

Das geht in die Binsen

Das geht in die Binsen….

Sei kein Frosch!
bettelte die Mücke, in der Hoffnung nicht von ihm verschluckt zu werden.
Die Kröte musst du schlucken!
mahnte der geplagte Storchenvater seinen hungrigen Sohn.
Das haben wir in den Teich gesetzt!
berichteten die Gartenbesitzer und zeigten stolz auf ihre Seerose.
Ich mach dich gleich zur Schnecke!
schimpfte die Entenmutter, nachdem sie ihr verlorenes Küken wieder gefunden hatte.
Dann sitzt ihr eben auf dem Trockenen!
meinte der Tümpel zu seinen Bewohnern, als im Sommer sein letztes Wasser verschwand.
Uns steht das Wasser bis zum Hals!
juchzten die Uferpflanzen und waren dabei sehr glücklich.
Macht nur nicht so große Sprünge!
warnte der Wasserläufer seine übermütigen Kinder.
Ich nehme doch kein Blatt vor den Mund!
zischte die gefräßige Libellenlarve und lauerte bereits wieder auf fette Beute.
Ich dreh noch ein paar Runden!
rief der eilige Taumelkäfer und kreiste von dannen.
Das war wohl ein Schlag ins Wasser!
grinste der Eisvogel, als er ohne den Fisch aus dem Teich wieder auftauchte.
Das geht in die Binsen!
amüsierten sich die Ruhrpottler, als sie der Krötenhochzeit ungeniert vom Teichrand zuschauten.

Gartengräber

Gartengräber

Eigentlich ist der Mensch doch schlau.
Der Mann ein wenig – um so mehr die Frau.
Was Menschheit an Kultur geschafft,
das ist ein Akt der Schaffenskraft.
Die Zeit als er noch als Nomade
Belastete oft seine Wade,
die ist vorbei seit langer Zeit,
zum Siedeln war der Mensch bereit.
Zugleich oder nur etwas später.
Da ackert er und wurde Jäter.
Als Mensch auch noch erfand den Spaten,
war das der Anfang wohl vom Garten. Weiterlesen

Unansehnlicher Reichtum

Unansehnlicher Reichtum

Natur kann sich im Mai gut schmücken.
Sie will die Welt mit Pracht beglücken.
Wiesen, Weiher, Saum und Triften
Können Vielfalt bunt beschriften.
Ja man kennt so seine Stellen,
wo sich die Schönheiten gesellen.
Narzissenwiesen in der Eifel –
Sind sehenswert ganz ohne Zweifel.
Knabenkräuterorchideen
Wollen wir zu gerne sehen.
Wenn Wollgras hell im Moor erblüht,
Uns dieses in den Banne zieht.
Wenn später leuchtet Heidekraut,
wird das natürlich angeschaut.
So manchem Reichtum der Natur
Dem kommen wir kaum auf die Spur. Weiterlesen

Wonach riecht Flieder?

Wonach riecht Flieder?

Ein violettes Blütenmeer
Darin taucht uns der Flieder.
Und wenn es gar der weiße wär,
tanz ich bald Walzerlieder.
Ich werd erdrückt von schwerem Duft,
der mich so stark umbrandet.
Heut liegt Parfüm in Wolkenluft,
das in der Nase landet.

Ich kenn diese Komposition –
kann sie mit nichts verwechseln.
Doch wie beschreib ich das Arom?-
Muss Eigenschaften drechseln. Weiterlesen

Pollenanalyse

Pollenanalyse

Ein winzig kleines Pollenkorn
Entzündet bei uns keinen Zorn.
Doch wenn der Pollen gelb erdrückt,
dann sind wir wahrlich nicht entzückt.
Wer Pollen nicht vertragen kann,
der ist zur Zeit auch nicht gut dran.
Ansonsten bilden Pollen Haut,
die selten schön für uns ausschaut.
Vor allem schicke Automobile
Sind pollengelb im falschen Stile.
Kaum hat man sie schön blank poliert,
Sind sie erneut fies zugeschmiert. Weiterlesen