Natürliche Grausamkeiten – fürsorgerische Liebe

Natürliche Grausamkeiten – fürsorgerische Liebe

Es mussten schon einige Tage verstreichen
denn über ganz tragische Jungtierleichen
berichtet es sich nicht einfach nur so.
Die Gefühlslage war alles andere als froh.
Es war etwas passiert in der Dunkelheit der Nacht
Ein Mauswiesel hatte drei ältere Hühnerküken umgebracht.
Der kleine Stall stand fest auf der grünen Wiese
da untergräbt dieser Marder der übelfiese
einfach das Holzgestell mit einem kleinen Loch –
drei tötete er – drei leben zur Zeit immer noch.
Wir hatten noch eine Glucke in einem weiteren Stall,
die hütete sehr junge Küken – nur zwei an der Zahl.
Diesen setzen wir die Überlebenden versuchsweise hinzu. Weiterlesen

Dohlenglück

Dohlenglück

Am Pfingstdienstag fiel ein Vogel aus dem Nest –
wenn man ihn einfach nur hinfallen lässt,
gibt man seinem Schicksal gleichgültig den Rest.
In diesem Fall hielten wir den Kleinen schützend fest.
Die junge Dohle war am Falltag noch ein recht junges Tier.
Was machen wir mit seiner Hilflosigkeit jetzt und hier?
Der Nestling brauchte erste, zweite, dritte Hilfe für lange Zeit –
sind wir – ohne jede Erfahrung – dazu eigentlich bereit?
Wir versuchten es, suchten Information im World Wide Web.
So halfen wir dem jungen Vogel etwas unsicher step by step.
Anfangs war es schon schwer- es wuchs kaum sein Gewicht.
Doch entmutigen ließen wir uns dennoch nicht.
Bald fraß er immer besser, seine Federn wuchsen jeden Tag.
Schon saß er auf einer Stange, die hoch über ihm lag. Weiterlesen

Digitale Pracht

Digitale Pracht

Auf der Hut sein das sollten wir vor dem Fingerhut,
warnten die Eltern: Die Pflanze sei nicht so gut.
Sie stecke im Inneren voll von einem starken Gift.
Wer viel davon bekommt, auf den Tod sogar trifft.
So war diese Blume für den Strauß dann passe.
Keine pflückende Kinderhand tat den Blüten noch weh.
Später lernte ich mehr und sollte mir dabei merken:
Der hübsche Fingerhut hilft, schwache Herzen zu stärken.
Richtig dosiert wird Digitalis purpurea zur Medizin.
Die Pflanze ist sonst auch für die Natur ein Gewinn. Weiterlesen

Schillernde Erstbegegnung

Schillernde Erstbegegnung

Wirklich nichts deutete darauf hin,
dass dieser Tag ein besonderer werden könnte.
Haustierversorgung – wie jeden Morgen – stand mir im Sinn,
Ein Tag, der Hühnern frisches Gras und Kohlblätter gönnte.
Die Federtragenden erwartungsvoll mir entgegenrannten,
weil sie ihren Fütterer wirklich gut kannten.
Dann wollte ich auch den Schafen was Gutes geben,
da sah ich an der Stallaußenwand einen großen Falter mal eben.
Er hielt seine Flügel über dem Hinterleib geschlossen
und hat sanft mit seinem Rüssel immer auf den Stein gestoßen.
Später hab ich gelernt, er hat an dieser Stelle geleckt.
Hier reiben sich die Schafe und das hat gut ihm geschmeckt.
Dann kam der Augenblick, den werde ich nie vergessen
Die Flügel gingen auf – ich hab mich hingesessen
und schaute auf ein Blau in der schillerndsten Farbe –
etwas, das ich zuvor niemals im Garten so gesehen habe. Weiterlesen

Garten & Kunst

Garten & Kunst

Ein schöner Garten? – da scheiden sich oft die Geister.
Welche Tugenden machen den Gestalter letztlich zum Meister?
Aus jedem Garten spricht der Charakter der Akteure Bände.
Hier treffen Träume, Visionen, Ideale auf handelnde Hände.
Da gibt es Schöngärten, die sind in allem extrem kontrolliert.
Unerlaubt Wachsendes sofort seine Existenzberechtigung verliert.
Alles ist gepflegt, durchgestylt und farblich genau arrangiert:
eine perfekte Idylle, eine stimmige Komposition, nur die Seele verliert.
Andere Gärten sind unedler doch strotzen sie nur so von Ökologie.
Heimisches Blühwerk verschwistert mit Beikräutern: entspannte Biologie.
Hier wird gesät, geerntet und kompostiert. Für ehrfürchtige Schönheit
ist solch ein Garten eigentlich und vorsätzlich nie generiert. Weiterlesen

Mohn amour

Mohn amour

Nicht jede Blume bezaubert gleichermaßen meinen Blick.
Auch das gesamte Floweroutfit
ist mehr oder weniger besonders chic.
Von mancher Blüte werde ich jedoch fast elektrisiert.
Jedes Jahr bin ich wieder restlos von ihr fasziniert.
Eine dieser „Schlüsselblunen“ ist und bleibt der Mohn.
In unserem Vorgarten ist er sehr präsent und das schon
sicherlich seit über fünfundzwanzig bunten Jahren.
Sein feuriges Rot will ich immer wieder neu erfahren.
Bei Sonnenaufgang öffnet der Mohn seine Blüten.
Haarig grüne Knospen lange das Geheimnis zuvor hüten.
Dann springen endlich die Kapseln am Morgen auf.
Ich kenne nichts Roteres im ganzen Blumenblütenverlauf. Weiterlesen

Sieben auf einen Streich

Sieben auf einen Streich

Auf einmal eine flatterige Kinderstube –
ohne zu wissen, was Mädchen oder Bube –
sechs Hühnerküken und ein Dohlenkind
bringen Leben in die Bude und ganz neuen Wind.
Allen diesen Vögeln fehlen die Elternteile.
Uns stehlen sie jegliche Langeweile.
Wir haben das junge Federvieh adoptiert.
Mal abwarten, was aus allem mal wird.
Bei den Hühnchen da kenne ich vielleicht die Prognose.
Bei den Hähnchen ist das weitere Schicksal
wohl noch ziemlich lose.
Der Chef im Ring, der Vater der Kleinen
wird männlichen Zuwachs im Stall nur verneinen. Weiterlesen

Hans Huckebein der Unglücksrabe 2020

Hans Huckebein- der Unglücksrabe 2020

Ein Hilferuf einer guten Bekannten am Ort
zwingt mich mal wieder zum erzählenden Wort.
Ein halbflügges, aus dem Nest gestürztes Dohlenkind
war auf ein Glasdach gestürzt – und erste Hilfe geschwind
war vonnöten; denn das arme Tier lag nun auf sehr heißem Glas
denn heute war ein Sommertag – die Sonne wusste das.
Eine Leiter wurde geholt und ein Kescher musste her:
dann war die Tierrettung gar nicht mal so schwer.
Doch was macht man urplötzlich mit solch einer Kreatur.
Ein klägliches Ende kennt hier oft nur die Natur.
Eine Dohle ist ein Rabenvogel – meist nur ungern gelitten.
Er lebt gern beim Menschen in dessen Städten inmitten.
Schornsteine werden von Dohlen besonders geliebt,
weil es hier gut geschützte wunderbare Brutstätten gibt. Weiterlesen

Die fleischrote Rosskastaniennussreife

Die fleischrote Rosskastaniennussreife

Beim naturnahen Herumspazierengehen
gibt es immer etwas ganz Besonderes zu sehen.
Was man dann hier und da eher zufällig erblickt,
höchst selten eine irre Schlagzeile verschickt,
in eine Welt, die Analoges von Digitalem teilt
und die sich beim Artenschutz immer noch nicht beeilt.
Heute blicke ich hoch hinauf in einen Kastanienbaum.
Er blüht gerade noch – ein wenig von diesem rosaroten Traum
zeigt sich noch in den in den Kerzenblütenspitzen,
wo noch einige der hübsch anmutigen Insektenlocker sitzen.
Die ersten vier Nüsse sind unten an der Kerze schon rund.
Die frühe Befruchtung vor zwei Wochen ist wohl der Grund.
Hier werden die bunten Blütenblätter gerade abgestreift.
Weiter oben das Buntblumige offen in die Maienluft greift. Weiterlesen

Butterblumenmeer

Butterblumenmeer

Eine Grünanlage nah an der Stadtperipherie
so maienaufgeblüht sah ich sie noch nie.
Eine Wiese mit Bauminseln herrlich bestückt
zeigt mir, wie Schönheit mit einfachen Mitteln glückt.
Sattgelbe Tupfer ragen unzählig aus saftigem Gras
Butterblumen nannten wir als Kinder wohl das.
Neben der geschäftigen Stadt liegt menschengemacht
eine beruhigte Fläche mit bescheidener Pracht –
ein Stück mit irgendwie empfundener Naturqualität. Weiterlesen