Butterblumenmeer

Butterblumenmeer

Eine Grünanlage nah an der Stadtperipherie
so maienaufgeblüht sah ich sie noch nie.
Eine Wiese mit Bauminseln herrlich bestückt
zeigt mir, wie Schönheit mit einfachen Mitteln glückt.
Sattgelbe Tupfer ragen unzählig aus saftigem Gras
Butterblumen nannten wir als Kinder wohl das.
Neben der geschäftigen Stadt liegt menschengemacht
eine beruhigte Fläche mit bescheidener Pracht –
ein Stück mit irgendwie empfundener Naturqualität. Weiterlesen

Ei – gentlich…

Ei – gentlich

Eigentlich habe ich darüber nie näher nachgedacht.
Seit nunmehr 33 Jahren habe ich frische Eier ins Haus gebracht.
Die hatten meine Hühner immer ohne Murren gelegt.
Dafür bekamen sie gutes Futter und ein Hahn war öfter aufgeregt.
In all den Jahren hat auch schon mal eine Henne gegluckt.
Sie hat sich dann drei Wochen über die Eier geduckt.
Dann gab es Küken, die haben Freude ins Leben gebracht.
Der Stall wurde voller. Für Habicht und Fuchs hat das Interesse entfacht.

In diesem so anderen Jahr hatten wir für den Garten mehr Zeit.
Da waren wir für eine Brutzeit im Mai auf einmal bereit.
Ein Nachbar brauchte seine kleine Brutmaschine nicht mehr.
Die Anleitung zur Bebrütung las sich nicht besonders schwer.
Bald waren neun Eier in den Brutkasten vorsichtig deponiert.
Wir warteten 20 Tage, was dann am 21. Tag wohl passiert. Weiterlesen

Wenn die Birne hohl ist…

Wenn die Birne hohl ist…

Auch wenn diese Birne hohl ist,
erfüllt sie noch manch guten Zweck.
Ein fauler Baum hat eine Galgenfrist.
Doch irgendwann ist er einfach nur weg.
Eine Wunde kam, ein Ast brach ab.
Es wollte nicht so gut verheilen.
Ein tiefes Loch fast wie ein Grab
wollte das faule Ende wohl beeilen.

Noch steht der Baum tief ausgehöhlt.
Dem scheuen Vogel das enorm gefällt.
Ein Gartenbaumläuferehepaar
findet diese Höhle nur wunderbar.
Nach Hochzeitspaarung fanden sie
eine Nestwohnstatt, die irgendwie
diesem Paar in allen Wünschen so entspricht.
So fackelten die beiden länger nicht. Weiterlesen

Randerscheinungen

Randerscheinungen

Ein Feldweg, den ich oft begehe
beginnt zuhause ganz in der Nähe.
Links wächst mal Mais oder dann Gerste.
Rechts erfolgt bald der Grünschnitt und zwar der erste.
Der Saum dazwischen lebt als Brache
Der Zufall wächst hier in eigener Sache.
Wildkräuter, Gräser, Schlehengebüsch
machen den Streifen nicht sonderlich hübsch.
Doch führt die Natur noch etwas Regie.
Auf den Feldern daneben herrscht Monotonie.
Ein paar Meter des Weges sind heftig erblüht.
Solch ein Reichtum sich fast paradiesisch anfühlt. Weiterlesen

Blumenkalender

Blumenkalender

Mein neugieriger Kopf steht
seit Wochen täglich
vor jedem Blumenbeet.
Aber auch der Gemüsegarten
mit den vielen Reihensaaten
lässt meine Blicke senken
zu den ersten Keimgeschenken.
Seit Winterling und Schneeglocken
lass ich mich oft nach draußen locken.
Dort läuft geräuschlos eine Uhr,
die zeigt den Kalender der Natur.
Wenn ich heute vor dieser Iris staune,
bekomme ich sichtlich gute Laune.
Daneben wachsen stolz zwei Rosen,
die diese Welt bald herrlich belohnen. Weiterlesen

Lupinen

Lupinen

Was war ich stolz als kleiner Mann –
am Muttertag war es irgendwann –
da kam ich mit einem blauen Strauß
ganz stolz zurück ins Elternhaus.
Die Lupinen blühten damals wie heute im Mai.
Im Neubaugebiet wuchsen sie auf Brachen ganz frei.
Ich war sehr beeindruckt von der üppigen Blütenpracht.
Diese hab ich meiner Mutter zum Geschenk gemacht.
Sie war auch sehr dankbar, suchte einen großen Krug;
Denn Blütenstiele gab es mehr als genug.
Dann stand er im Wohnzimmer mitten auf dem Tisch
dieser herrliche Blumenschmuck und superfrisch.
Nach ein paar Stunden kam ich schauend noch mal zurück.
Da war etwas heruntergefallen von dem Glück. Weiterlesen

Aufgedeckt

Aufgedeckt

Am Weg da lagen Platten schief,
weil eine Wühlmaus dort wohl lief.
Hier roch es bald nach Arbeitszeit
und heute war ich dazu bereit.
Ein kurzer Griff, dann hob ich an,
da war das Gröbste schon getan.
Unter der Platte sah ich den krummen Gang.
Hier lag vom Übel der Anfang.
Neben der Wühlmausaktivität
hab ich noch ein Ameisennest erspäht.
Abrupt schien nun das Sonnenlicht
mitten ins Nest und das gefiel wohl nicht
unzähligen rostroten Krabbeltieren,
die aber keineswegs die Kontrolle verlieren. Weiterlesen

Außer-Haus-Verpflegung

Außer-Haus-Verpflegung

Neulich im Mai etwa um halb zehn
hab ich etwas am Teich gesehen.
Ein Schwarzdrosselweib ging anscheinend baden.
Das Wasser stand hoch bis über die Waden.
Doch dann fast in Wasseramselmanier
tauchte der Vogel und kam hoch mit einem Tier.
Im Schnabel steckte eine Posthornschnecke.
Ich kam nun schnell um meine Ecke –
wollte retten die arme Wasserkreatur
Doch die Drossel wollte wohl anderes nur. Weiterlesen

Start verschoben

Start verschoben

Start verschoben!
Dieser Befehl kam von ganz oben.
Eigentlich waren alle Samen flugbereit.
Doch dann änderte sich ihre Departurezeit.
Etwas Mairegen hat schon genügt,
dass diese Fallschirmflotte
erst mal am Boden liegt.
Es brauchte nur etwas frischen Wind –
gar nicht mal wie das himmlische Kind –
der hätte die wundervollen Flugkörper
einfach mit sich gerissen.
Kinderpustebacken früh schon wissen,
wie toll Löwenzahnsamen
fliegen, gleiten und schweben. Weiterlesen