Bosmina longirostris

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Bosmina longirostris

Nur ein halber Millimeter
misst der Krebs, dies Weihertier.
Winzig größer sind die Väter
Mütter schaffen 0,4. (mm)
Doch sie treiben massenhaft
oben in der Wasserhaut.
Mit der Filterbeine Kraft
wird Geschwebe dort verdaut.
Rüsselartig ausgezogen
wächst der Kopf zur Nase fast.
Diese ist recht krumm gebogen
bis zu dem Antennenast.
Nur ein Auge dient zum Sehen
ist ein großer schwarzer Fleck. Weiterlesen

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Hufeisenwirbler

Hufeisenwirbler

Ruhig schwimmt ein Rosenblatt
sonnt sich auf dem Altarmweiher.
Oberfläche glänzt, ist glatt
unten kleben Schneckeneier.
Zwischen all den Laichgelegen
hängt ein seltsam zartes Tier,
will sich weich und sanft bewegen.
Alles wird zur Schönheit hier.

Feine Fäden bilden Kränze
spielen als Tentakel mit,
zeigen leichte Schwebetänze
Moostierchen im Wiegeschritt.
Ständig wirbeln Wimpernbänder
Wasser strömt durch sie heran,
wird dabei zum Nahrungsspender,
Algen zieht es in den Bann. Weiterlesen

Uralt Verdörrtes

Uralt Verdörrtes

Im Küchenkeller gut versteckt
ziemlich spinnwebenstaubverdreckt
da stand ein Glas, das war randvoll
und Trockenobst wohl speichern soll.
Es waren Äpfel, die vor Jahren
als Scheibchen heiße Luft erfahren.
Trocken verdörrt wurden Apfelsorten,
die lecker waren auf Sonntagstorten,
die gelagert zahlreich kühl in Kisten
im Winter kaum Geschmack vermissten.
Ein Teil vom Boskoop, Gravensteiner
wurde getrocknet klein und kleiner.
Am Ende blieben dünne Scheiben,
die runzlig dann in Gläsern bleiben. Weiterlesen

Kinderreich

Kinderreich

Frosch, Libelle, Wasserfloh –
fertig ist der Tümpelzoo.
Nur wenig Wasser reicht schon aus
fürs fröhlich feuchte Freudenhaus.
Mit warmer Sonne reich beschienen
das lockt die Mücken, Wasserbienen.
Bald auf dem Wasser herrlich tanzen
die jungverliebten Wasserwanzen.
Den Grasfrosch drückt schon früh die Lust.
im Februar nimmt er zur Brust
sich seine Fröschin hier am Teich
und flirtet bis zum ersten Laich.
Auch Molche spielen Kavaliere
zur Hochzeit lasterhafte Tiere.
Mit Düften werben sie die Braut,
die so betört, nur ihn anschaut. Weiterlesen

In den Teich gesetzt

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In den Teich gesetzt

Sag mir, wo die Teiche sind?
Wo sind sie geblieben?
Früher spielte ich als Kind
dort mit alten Sieben.

Sag mir, wo die Tümpel sind?
Wo sind sie geblieben?
Wenn ich heut die Stellen find,
sind Häuser drauf geschrieben.

Sag mir, wo die Weiher sind?
Wo sind sie geblieben?
Grast seitdem so manches Rind
auf drainierten Wiesen. Weiterlesen

Im Spiegel

Im Spiegel

Der Weidenstumpf schräg abgesägt
bietet mir etwas Platz.
Die Sorgen hab ich abgelegt.
Ich pfeife wie ein Spatz.
Das Wasser spiegelt mein Gesicht
zerfließt in kleinste Wellen.
Wo eins der Mückenbeine sticht,
beginnt mein Bild zu quellen.
Gedanken sinken auf den Grund.
suchen dort alte Träume.
Erinnerung malt sie spät bunt.
Es rauschen Kindheitsbäume.
Die Sonne strahlt ihr hellstes Licht,
bis Wasser schleudert Feuer.
Der Augenblick im Nu zerbricht.
Dafür erscheint ein neuer. Weiterlesen

Frühlingsanfang

Frühlingsanfang

Heute am zwanzigsten des März
ist Frühlingsanfang und kein Scherz.
Ich mach die Tür zum Garten offen
und will auf gute Laune hoffen.
Narzissen sind zart weiß bereift
Krokusse starr, weil Frost sie kneift,
dass sie die Blüten geschlossen halten.
Sie wollen sich heut kaum entfalten.
Das Gras knirscht hart vom feinen Eis –
die Vogelstimmen fern und leis.
Am Gartenteich spiegelt sich Licht,
das sich im Eis ganz zackig bricht.
Frostgebilde hat die kalte Nacht
der Wasserstelle beigebracht. Weiterlesen

Briefmarkenmelancholie

Es war das Jahr des Wunders von Bern.
Ich erinnere mich an das Jahr noch gern.
Nicht wegen des Fußballs
sondern wegen meiner Tante Hety;
denn gerade sie
schenkte mir zu meinem Schulbeginn
ein Briefmarkenalbum – wohl mit dem Sinn,
diese zu sammeln und zu vermehren.
Nach immer den Neuen zu begehren.
Eine Lupe, eine Pinzette gehörten dazu.
Jetzt ließen mich die Marken nicht mehr in Ruh.
Von jedem Brief, jeder Karte, selbst vom Paket
wurden die Wertzeichen wieder abgeklebt.
Wasserdampf half bei der Prozedur. Weiterlesen

Gelbrand

Gelbrand

Von unten taucht zur Wasserhaut
ein Käfer plötzlich hoch.
Sein Hintern grad zur Luft raus schaut
atmend verweilt er noch.
Dann schießt er rudernd zum Abgrund
versteckt sich nah am Stiel.
Er putzt sich Fühler und den Mund
vor seinem Angriffsspiel.
So lauert er am stillen Ort-
wartend auf fette Beute.
Und seine Tat zum nächsten Mord
erleben wir noch heute.
Die Quappe kault recht ahnungslos
will ein paar Algen essen. Weiterlesen

Frühlingserwachen

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Frühlingserwachen

Das Wintereis schmilzt weich dahin
an letzten Februartagen.
Jetzt wandelt sich der Vögel Sinn
verliebt beginnt das Jagen.
Schneeglöckchen läuten blütenweiß
schon lang den Frühling ein.
Krokusse sprießen bunt im Kreis.
Ein Käfer sonnt am Stein.
Wenn milder Regen Nächte nässt,
beginnt das große Wandern.
Der Grasfrosch sein Versteck verlässt
stößt hüpfend auf die andern. Weiterlesen