Der gefleckte Walzenskink

Den Frühling auf einer fernen Insel erleben,
das kann soviel Neues am Wegrande geben.
Die letzten Tage war mein Blick zum Boden gerichtet.
Überall wurde von mir ganz Unbekanntes gesichtet.
Kaum eine Pflanze konnte ich sofort benennen.
Woher sollte ich sie auch nur kennen?
Erstmals lief ich heute und hier ja umher.
Jede Art von Diagnose fiel mir schwer.
Die ausgetauschte Pflanzenwelt war die eine Seite.
Auch die Analyse der Tierfauna führte zur Pleite.
Dort war ich zwar näher an der Identifikation dran.
Aber Genaueres über die Arten verschob ich auf irgendwann. Weiterlesen

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Wie alt?

Wie alt?

Wie alt ist dieser Ammonit?
Wie lange war er damals fit?
Wie lange dauert wohl mein Leben?
Kann keine Antwort darauf geben.
Der Ammonit – das weiß die Wissenschaft –
hat es im Stein
auf 100 Millionen Jahre geschafft.
Wie lang er selbst lebendig war,
vielleicht nur dreißig, vierzig Jahr?
Mein Leben neigt sich mehr zum Ende
Heut kommt eine Jahrzehntenwende.
Ist sie die letzte oder doch nicht?
Das Schicksal seine Lösung spricht.
Wie oft hab ich die Frage gestellt:
Wie alt ist etwas von dieser Welt,
das ich gerade näher betrachte
und auf die Zeit dabei sehr achte.
Im Garten steht ein Birnenbaum
Bald blüht er wieder, wird zum Traum
aus duftenden Blüten für kurze Zeit
auch hochbetagt voller Heiterkeit. Weiterlesen

Überall nun Aufbruchstimmung

Es ist nun Zeit für Explosionen.
Nichts will mehr abgrundtief noch wohnen.
Am Schlehenzweig da springen heut
die ersten Blüten auf. Das freut
die ausgehungerten Insekten,
die lang nicht mehr am Nektar leckten.
Gewaltig drückt aus dem Gemüsebeet
feuerrot, wie ihr im Bilde seht,
Rhabarber aus dem Erdenreich.
Ein zweites Blatt , das schlüpft sogleich.
Die Hülle kann den Druck noch halten.
Doch bald wird alles sich entfalten. Weiterlesen

Heimkehrer

Heimkehrer

Herrlich milder Frühlingsabend
kurz nach Ostern im April.
Stundenlang im Garten grabend
Möhren säend und auch Dill.
Gartenarbeit weckt Gefühle,
hebt das Herz in frischem Takt.
Wie ich in der Erde wühle,
hab ich Sorgen abgehakt.

Abends in der Dämmrungs Mitte
kehr ich an den Ort zurück.
Lenke meine müden Schritte
in mein kleines Gartenstück.
An dem Teich da bleib ich stehen.
Dottergelbe Blütenpracht
kann ich in dem Spiegel sehen –
sag den Blumen „Gute Nacht“. Weiterlesen

Seltsame Blüten

Seltsame Blüten

Vor Wochen zog mich doch sehr in den Bann,
wie ein uralter Kaktus plötzlich kann
noch Blütenknospen spät austreiben.
Darüber wollte ich gerne schreiben.
Nach sechzig Jahren war es endlich soweit:
der Silberkerzenkaktus steht bald im Blütenkleid.
Zwischen dem Knospenspitzenentdeckungstag
eine gefühlte halbe Ewigkeit wohl lag,
bis dann die Blüte so eben nur aufgebrochen,
da lagen tatsächlich sechs volle Wochen.
Aus der Knospe wuchs langsam ein schuppiger Stiel.
Er wurde immer roter und versprach mir so viel.
In Gedanken sah ich schon eine Riesenblüte
Kakteenglück der allerhöchsten Güte.
Gestern wuchs aus dem Stielende was sehr Zartes hervor,
strebte länger und länger ins Freie empor. Weiterlesen

Schmuddelkrebse

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Schmuddelkrebse

Gelblichgrüne dicke Brühe
hat den Weiher eingedickt.
Keschern macht enorme Mühe.
Algenfäden sind verstrickt.

Mit den Händen zieh ich Stränge
lauter Pflanzen hier an Land.
Überraschend ist die Menge
kleiner Tiere, die ich fand.

In dem Dickicht klettern viele
Wasserasseln träg umher.
Haben scheinbar keine Ziele,
laufen alle kreuz und quer. Weiterlesen

Limnephilus, der Wasserfreund

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Limnephilus, der Wasserfreund

Der kleine Wiesentümpel
erstickt fast im Gerümpel,
das arglos wird versenkt:
es wird ihm ja geschenkt.
Die Wasserpflanzen decken
den Müll noch zärtlich zu.
Und viele Tiere stecken
auf mal im alten Schuh.

Mein Blick geht in die Tiefe.
Dort seh ich zartes Rohr.
Bewegt sich, als ob es liefe,
so kam es gerad mir vor.
Ich fischte mit meinen Händen
dies Röhrchen dann an Land.
In seinen grünen Wänden
ein Tierchen drin ich fand. Weiterlesen

Bosmina longirostris

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Bosmina longirostris

Nur ein halber Millimeter
misst der Krebs, dies Weihertier.
Winzig größer sind die Väter
Mütter schaffen 0,4. (mm)
Doch sie treiben massenhaft
oben in der Wasserhaut.
Mit der Filterbeine Kraft
wird Geschwebe dort verdaut.
Rüsselartig ausgezogen
wächst der Kopf zur Nase fast.
Diese ist recht krumm gebogen
bis zu dem Antennenast.
Nur ein Auge dient zum Sehen
ist ein großer schwarzer Fleck. Weiterlesen

Hufeisenwirbler

Hufeisenwirbler

Ruhig schwimmt ein Rosenblatt
sonnt sich auf dem Altarmweiher.
Oberfläche glänzt, ist glatt
unten kleben Schneckeneier.
Zwischen all den Laichgelegen
hängt ein seltsam zartes Tier,
will sich weich und sanft bewegen.
Alles wird zur Schönheit hier.

Feine Fäden bilden Kränze
spielen als Tentakel mit,
zeigen leichte Schwebetänze
Moostierchen im Wiegeschritt.
Ständig wirbeln Wimpernbänder
Wasser strömt durch sie heran,
wird dabei zum Nahrungsspender,
Algen zieht es in den Bann. Weiterlesen

Uralt Verdörrtes

Uralt Verdörrtes

Im Küchenkeller gut versteckt
ziemlich spinnwebenstaubverdreckt
da stand ein Glas, das war randvoll
und Trockenobst wohl speichern soll.
Es waren Äpfel, die vor Jahren
als Scheibchen heiße Luft erfahren.
Trocken verdörrt wurden Apfelsorten,
die lecker waren auf Sonntagstorten,
die gelagert zahlreich kühl in Kisten
im Winter kaum Geschmack vermissten.
Ein Teil vom Boskoop, Gravensteiner
wurde getrocknet klein und kleiner.
Am Ende blieben dünne Scheiben,
die runzlig dann in Gläsern bleiben. Weiterlesen