Im hohen Wiesengrase

Vom Sonnenlicht fällt viel ins Gras
Entzündet tausend Tröpfchen.
Es klebt noch weiches Nebelgas
An nassen Samenköpfchen.
Das Wiesengras ist fast verblüht,
Lässt Blatt und Frucht vergilben.
Die Distel ihren Charme versprüht.
Am Boden plaudern Milben.
Ich blick hinein und seh nicht weit
Im Meer aus Halm und Stängeln
Die Morgenbrise streift das Kleid
Mit schönsten Tropfgehängen. Weiterlesen

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Die kleine Braunelle

Die kleine Braunelle

Sie duckt sich sehr für ihre Blüten –
Muss sich vor Rasenmähern hüten.
Das schafft sie aber auch perfekt
Man sieht sofort, was in ihr steckt.
Die kleine Braunelle lockt violettblau
Hungrige Bienen und Hummeln genau.
Im Juni, wo Nektar immer mehr schwindet,
ist der nur erfolgreich, der suchet und findet. Weiterlesen

Die Haut der Erde

Die Haut der Erde

Die Haut der Erde kann ich kaum beschreiben.
Sie zeigt lebendig sich am fernen Ort.
Wo Ozeane Meeresgründe reiben,
setzt fernste Vita abgrundtief sich fort.

Beherrscht vom Wasser hab ich Hautprobleme.
Was ist beim Meer denn wohl die Erdenhaut?
Wenn ich jedoch die Kontinente nehme,
ist mir die irden Haut schon fast vertraut.

Dort, wo Natur blieb, treibt ein stetig Wachsen.
Die Haut erbaut sich ganz aus sich heraus.
Entwicklung läuft in Raum- und Zeitenachsen
Natur schaut dabei zukunftsfreudig aus.

Im Wald erlebt der Boden seine Krönung.
Erscheint so ganz und gar nicht erdgestört.
Ein luftig Blätterwerk liegt als Verschönung
Und Artenreichtum quillt so unerhört. Weiterlesen

Wurmkot

Wurmkot

Wie Spritzgebäck sanft rausgedrückt
Türmt sich ein Haufen keck.
Was hier die Haut des Bodens schmückt,
ist Wurmkot bloß kein Dreck.

Wie schwarzer Senf geschmeidig glatt
Liegt er in weichen Schlaufen.
Was so der Wurm geschaffen hat,
das lässt sich schwerlich kaufen.

Solch Feingemisch wird komponiert
Aus Schleim plus Sand und Ton.
Und faules Laub dabei verliert
Vom Bauplan die Struktion. Weiterlesen

Schöpfungstage

Schöpfungstage

Die Erde dreht sich ganz erschöpft,
seit Menschen so stark schöpfen.
Tagtäglich wird sie neu geschröpft-
Dank gilt den klügsten Köpfen.

Unser Grundwasser wird  unendlich tief
Gesaugt aus reinsten Schätzen,
bis jeder Tropfen käuflich lief
in profitablen Netzen.

Kohle, Gas, Petroleum,
die sind bald ausgebeutet.
Die Industrie wächst wild herum,
solang der Rubel leuchtet. Weiterlesen

Vogelkirschen

Vogelkirschen

Wunderweißes Blütenmeer
Ließ von Früchten reichlich träumen.
Bald schon lugten mehr und mehr
Kleinste Kirschlein in den Bäumen.
Amseln, Drosseln und die Finken
Sangen laut ihr Liebeslied.
Erste Früchte zart erpinken
Machten Vögeln Appetit.

So wie Kirschen sonnerröten
Pickt ein Schnabel frisch ins Fleisch.
Vorher gab’s ein schönes Flöten
Jetzt nur Futterneidgekreisch.
Angebissne Kirschen landen
Auf den Boden arg zerfetzt,
Wo sie dicke Brummer fanden,
Süßes schmeckt auch stark verletzt. Weiterlesen

Kinderköpfe

Kinderköpfe

Wenn Kinderköpfe zusammen stecken,
dann gibt es wohl was zu entdecken.
Gefischt wurde am Bach und Teich –
Im Netz da zappelte es gleich.
Ein Stichlingsbaby zart und fein
Wurd Sensation für Groß und Klein.
Es war, als sähen sie erst heut,
Ein winzig Fischlein hoch erfreut.
Die Nasen tauchten fast ins Wasser
Und Fingerspitzen wurden nasser.
Ein jedes Kind suchte ganz nah
Kontakt zu dem, was grad geschah. Weiterlesen

Anemonen

Anemonen

Es muss auf Erden Wunder geben
Und diese sind auch zu erleben.
Ein Beutel vergessner Wurzelknollen –
Sie galten wohl schon als verschollen –
die kaufte ich zu später Zeit
für fast kein Geld eher aus Mitleid.
Anemonen zeigte das Etikett
Ganz bunt gefärbt und höchst adrett.

Mit wenig Hoffnung setzte ich
Das Knollenwerk ins Gartenbeet.
Das Ganze schien mehr tot für mich –
Vielleicht war’s dennoch nicht zu spät? Weiterlesen

Makrozoobenthos

Makrozoobenthos

Wer im fließenden Wasser am Boden sucht,
die Tiere da unten mal preist – dann verflucht –
Wer mit Keschern und Sieben und Kennerblick
Den Bachlauf inspiziert so Stück für Stück,
der muss wohl ein neugieriger Forscher sein
mit Stiefeln oder Wathosen an seinem Gebein.
Er wirbelt Substrate im Wasserstromlauf
Und sammelt die Drift mit Netzwerken auf.
Was sich von der Welle nicht fort spülen lässt,
sitzt unter Steinen und haftet dort fest.
Doch der Sammler ist dafür bestens gerüstet
Mit Pinsel, Pinzette wird nach Beute gelüstet. Weiterlesen

Totes Holz

Totes Holz

Ich bin so stolz
Auf totes Holz.
Was wär der Wald
Doch arm sobald,
wenn lägen nicht
Die Leichen dicht.
Ob Stamm, ob Ast
Ich traue fast
Den Augen nicht,
Was kommt ans Licht:
Aus morschem Baum
wächst Artentraum.
An keinem Platz
Liegt solch ein Schatz.
Man spürt grad hier
Die Lebensgier. Weiterlesen