Der Mohn ist aufgegangen

Der Mohn ist aufgegangen

Dicke Knospen drücken prall –
platzen bald im Maien.
Aus Blüte bricht ein Feuerball.
Rot will sich ganz befreien.

Der Blütenkelch im Silberhaar
Springt ab vom Scharlachkleide.
Ich freue mich so Jahr für Jahr,
auf diese Augenweide :

Der Mohn ist aufgegangen.
Die Blütenblätter prangen
So rot und wunderbar.
Was sich so feurig zeiget –
Als Knospe noch verneiget –
Wird lodernd so zum roten Star. Weiterlesen

Advertisements

Das geht in die Binsen

Das geht in die Binsen….

Sei kein Frosch!
bettelte die Mücke, in der Hoffnung nicht von ihm verschluckt zu werden.
Die Kröte musst du schlucken!
mahnte der geplagte Storchenvater seinen hungrigen Sohn.
Das haben wir in den Teich gesetzt!
berichteten die Gartenbesitzer und zeigten stolz auf ihre Seerose.
Ich mach dich gleich zur Schnecke!
schimpfte die Entenmutter, nachdem sie ihr verlorenes Küken wieder gefunden hatte.
Dann sitzt ihr eben auf dem Trockenen!
meinte der Tümpel zu seinen Bewohnern, als im Sommer sein letztes Wasser verschwand.
Uns steht das Wasser bis zum Hals!
juchzten die Uferpflanzen und waren dabei sehr glücklich.
Macht nur nicht so große Sprünge!
warnte der Wasserläufer seine übermütigen Kinder.
Ich nehme doch kein Blatt vor den Mund!
zischte die gefräßige Libellenlarve und lauerte bereits wieder auf fette Beute.
Ich dreh noch ein paar Runden!
rief der eilige Taumelkäfer und kreiste von dannen.
Das war wohl ein Schlag ins Wasser!
grinste der Eisvogel, als er ohne den Fisch aus dem Teich wieder auftauchte.
Das geht in die Binsen!
amüsierten sich die Ruhrpottler, als sie der Krötenhochzeit ungeniert vom Teichrand zuschauten.

Gartengräber

Gartengräber

Eigentlich ist der Mensch doch schlau.
Der Mann ein wenig – um so mehr die Frau.
Was Menschheit an Kultur geschafft,
das ist ein Akt der Schaffenskraft.
Die Zeit als er noch als Nomade
Belastete oft seine Wade,
die ist vorbei seit langer Zeit,
zum Siedeln war der Mensch bereit.
Zugleich oder nur etwas später.
Da ackert er und wurde Jäter.
Als Mensch auch noch erfand den Spaten,
war das der Anfang wohl vom Garten. Weiterlesen

Unansehnlicher Reichtum

Natur kann sich im Mai gut schmücken.
Sie will die Welt mit Pracht beglücken.
Wiesen, Weiher, Saum und Triften
Können Vielfalt bunt beschriften.
Ja man kennt so seine Stellen,
wo sich die Schönheiten gesellen.
Narzissenwiesen in der Eifel –
Sind sehenswert ganz ohne Zweifel.
Knabenkräuterorchideen
Wollen wir zu gerne sehen.
Wenn Wollgras hell im Moor erblüht,
Uns dieses in den Banne zieht.
Wenn später leuchtet Heidekraut,
wird das natürlich angeschaut.
So manchem Reichtum der Natur
Dem kommen wir kaum auf die Spur. Weiterlesen

Wonach riecht Flieder?

Ein violettes Blütenmeer
Darin taucht uns der Flieder.
Und wenn es gar der weiße wär,
tanz ich bald Walzerlieder.
Ich werd erdrückt von schwerem Duft,
der mich so stark umbrandet.
Heut liegt Parfüm in Wolkenluft,
das in der Nase landet.

Ich kenn diese Komposition –
kann sie mit nichts verwechseln.
Doch wie beschreib ich das Arom?-
Muss Eigenschaften drechseln. Weiterlesen

Pollenanalyse

Pollenanalyse

Ein winzig kleines Pollenkorn
Entzündet bei uns keinen Zorn.
Doch wenn der Pollen gelb erdrückt,
dann sind wir wahrlich nicht entzückt.
Wer Pollen nicht vertragen kann,
der ist zur Zeit auch nicht gut dran.
Ansonsten bilden Pollen Haut,
die selten schön für uns ausschaut.
Vor allem schicke Automobile
Sind pollengelb im falschen Stile.
Kaum hat man sie schön blank poliert,
Sind sie erneut fies zugeschmiert. Weiterlesen

Rohrquelle Ruhrquelle

Rohrquelle Ruhr

In märchenhaften Zeiten
floss diese Quelle schön.
Was Menschen ihr bereiten,
können wir seit Jahren sehn.
Seit hunderteinundsechzig Jahren
trägt diese Ruhr ihr Schicksal
Mit Fassung – ganz erfahren.
So will man es nun mal.

Die Quelle wurd zum Denkmal –
So traurig wie manch Grab.
Als Todestag steht diese Zahl,
an dem Natur hier starb. Weiterlesen

Fahrlässige Tötung

Fahrlässige Tötung

Die feucht und warme Märzennacht
hat Kröten gleich den Tod gebracht.
Aus Erdenlöchern rausgekrochen
sind sie am Reifendruck zerbrochen.
Es ging ihr Weg nur zum Gewässer.
Sie kennen es ja auch nicht besser.
Dort findet stets die Hochzeit statt.
Doch Autos walzten Kröten platt.
Die erste Kröte ist halbiert.
Die zweite ihr Gedärm verliert.
Der Kopf der dritten dekapitiert.
Die vierte völlig mazeriert. Weiterlesen

Ich hab eine Meise…

Ich hab eine Meise…

Ich hab eine Meise,
die ist gar nicht leise,
wenn ich am Neste steh.

Dann schimpft meine Meise
mit ihrer Raupenspeise,
weil sie doch füttern will.

Ich sehe nicht nur die Meise,
wie sie blätterdrehweise
nach Nahrung sucht.

Ich bewundere generell die Meise,
deren Dienste ich lobpreise
für den Pflanzenschutz. Weiterlesen

Es blüht so früh

Es blüht so früh

Man glaubt es kaum
am ersten Apfelbaum
öffnen sich bei schönstem Wetter
rosarote Blütenblätter.
Es ist erst der 16. April.
Doch so manche Knospe will
als Blüte Sonne tanken –
dem Frühling sei zu danken.
Manch Kirsche, Birne, Pflaume
Die tragen noch am Baume
Ihr letztes Blütenkleid
Zu Ende geht die Zeit.
Bald sinken welke Reste
von ihrem weißen Feste.
Dass alles blüht zur selben Zeit,
ist doch eine Besonderheit.
Der Klimawandel ist wohl schuld
An Blütenknospenungeduld. Weiterlesen