Herbstastern

Herbstastern

Als hätte die Flora letzte Farbe bunt aufgemischt,
ehe dem späten Sommer die Strahlkraft erlischt,
da tupfen Astern noch rosa, violette Töne,
erfinden spät im Jahr erneut das Schöne.
Es heißt, Abschied zu nehmen, Ernte einzubringen
Bei soviel Buntheit will das nicht leicht gelingen.
Am Blütentisch verweilen nur noch ein paar Kunden
Schwebfliegen lassen es sich noch einmal munden. Weiterlesen

Oktoberlibellen

Oktoberlibellen

Viel Birnenlaub fällt buntgegerbt
Herbstastern lila grüßen
Der wilde Wein heiß durchgefärbt
Walnuss rollt mir zu Füßen.
Die Sonne bricht durch Wolkenspalt
erhellt den müden Garten.
Bald tanzt die erste Lichtgestalt
und kann es kaum abwarten,
bis noch ein Tier hier kurvt und kreist.
Oktoberlibellen balzen spät.
Stare sind noch nicht abgereist
Ein Rabenvolk laut mit sich kräht.
Am Teich ist heute recht viel los. Weiterlesen

Vor dem Fall

Vor dem Fall

Das meiste ist längst weggefegt.
An manchem Ast wird noch bewegt,
was lang den Baum in Grün bekleidet,
sich mehr und mehr nun unterscheidet
von einstiger, frischer Jugendzeit.
Zum Fallen ist das Blatt bereit.
Das Sonnenlicht dunstweich getönt
den Abschied heute sehr verschönt.
Blätterleiber sanft durchstrahlt
werden im Leuchten bunt durchmalt.
Ob Orangengelb oder lichtes Braun
die Blätter sind hübsch anzuschauen. Weiterlesen

Oktoberweiher

HerbstteichOktoberweiher

Als gäb der Sommer sein Come-back!
besonnt und wohlig liegt der Fleck
des Weihers grad zur Mittagsstunde.
Libellenpaare in flotter Runde
von später Liebe heiß bedrängt –
das Paar sich in den Lüften fängt.
Ein Wasserfrosch ganz Freund der Sonne
sucht Rosenseeblatt warm zur Wonne.
Im Röhricht wirft der Wasserdost
Samenwolken bald zur Post.
Rohrkolben geben sich seit Tagen reif.
Sie ragen hoch, stehen ewig steif.
Gelbbleicher Schilf lässt sich gern wiegen.
Weicher Windstoß kann ihn biegen.
Mosaikjungfern wie Heidelibellen
über dem Wasser herunter schnellen. Weiterlesen

Der müde Weiher

SpinnwebenDer müde Weiher

Was war das doch ein buntes Treiben:
Der Weiher lud täglich zum Tanztee ein.
Die Gäste wollten endlos hier wohl bleiben.
Doch heute bleibt der Wassersaal allein.
Herrlich geschmückt der sommerliche Uferrain
mit Felberich, Blutweiderich und Wasserdost.
Der Blütenduft lotst viele Flügeltiere ein –
versprach Besuchern reichlich süße Kost.
Seit Tagen bleiben Sommergäste aus.
Die Seerose verschließt ihr letztes Blütenweiß.
Spitzschlammschnecken kriechen tiefer in ihr Haus.
Im spröden Röhricht raschelt es ganz leis –
wenn gelbe Blätter aneinander reiben
und Binsen zittrig Kreise schreiben.
Libellen lassen sich seit Tagen nicht mehr blicken.
Jungfrösche sind fernab auf Wanderschaft. Weiterlesen