Harte Zeiten

p1180410Harte Zeiten

Seit Tagen klirrt die Luft gefroren.
Vom Schnee ein Rest der wirkt verloren.
Laubbäume harren gänzlich nackt
Bei Sternenklarheit richtig sackt
im Januar die Temperatur –
harte Zeiten für die Natur.
Der Maulwurfhaufen nun felsenhart,
kein Vogel mehr am Boden scharrt.
Den Teich verschließt längst dickes Eis
Schneegriesel färbt die Haut zart weiß.
Was macht ein Regenwurm im Winter?
Da komme ich noch rasch dahinter.
Er vergräbt sich tiefer in die Erden
hat frostfrei weniger Beschwerden.
Dort unten ruht er sich dann aus –
verlässt für Wochen nicht sein Haus.
Die Milben können so nicht flüchten.
Acht Beine können´s nicht verrichten.
Damit ihr Gewebe nicht vereist,
die Lösung Frostschutzmittel heißt. Weiterlesen

Beschissene Bilanzen

ackerBeschissene Bilanzen

Eigentlich macht unser Hund
jeden Morgen und jeden Abend
nicht mal ein halbes Pfund.
Er geht immer wieder auf das gleiche Feld.
Eine gute Gewohnheit, die uns gut gefällt.
Nicht am Rand sondern gehörig weit weg
macht er gekrümmt seinen Dreck.
Danach wird tüchtig mit den Beinen gescharrt.
Mit Erdreich wird nicht gespart.
So endet stets sein Geschäft –
Nicht ein einziges Mal wird danach gekläfft.
In Gedanken addiere ich die Zahl,
und ich komm auf ein paar tausend Mal,
die der Hund sich auf dem Acker entleert.
Die Zahl sich tagtäglich vermehrt.
Lebt er etwa zehn Hundejahre,
dann kommt die verdaute Ware
auf weit mehr als 7000 Stück.
Für den Acker ist dies wohl kein Glück. Weiterlesen

Adebar – ist plötzlich da!

StorchAdebar
ist plötzlich nah!

Der graue Reiher fischgesteuert
seine Beuteflüge rund erneuert.
Er segelt suchend durch die Lüfte
kaum abgelenkt durch Fliederdüfte.
Dies Bild mit Riesenflügelspanne
zieht mich am Teich oft in den Banne.
Doch gestern – das war wunderbar –
kreiste bei uns ein Adebar.
Ich hoffte sehr, er würde landen –
dort wo die Gräser dichter standen.
Er drehte jedoch plötzlich ab.
Ein erstes Foto scheitert knapp.
Doch heute kam der Storch schon wieder.
Er ließ sich auf dem Felde nieder.
Der Bauer hat es frisch gebrochen.
Hat Adebar dies wohl gerochen?
Wo tief gepflügt wird, gibt es Beute.
Das wissen Vögel – nicht seit heute.
Die fette Scholle lockt – na klar –
zu mir hin diesen Adebar.
Ich pirscht mich ran
mit großer Vorsicht.
Das kümmerte den Vogel nicht.
Er sah mich dennoch ganz genau.
Mein Pullover schreit so himmelblau. Weiterlesen

Möhrenklau

MöhrenMöhrenklau

Auf meiner Runde mit dem Hunde
Komm ich an einem Feld vorbei.
Da lockte es mich süß im Munde,
doch mein Gewissen ist dabei.
Im Frühjahr blieb der Acker nackt.
Er schien mir lang vergessen.
Dann wurd gesät und das exakt
Man konnt den Abstand messen.
Ein zartes Grün erschien im Licht,
Da sollt ich es bald ahnen.
Als kleine Pflänzlein dicht an dicht
Wuchsen Möhren in Bahnen.
Im Sommer spross das Möhrenkraut
Es halfen Bauers Spritzen.
Das Feld auch heut noch frisch ausschaut
Noch grün bis in die Spitzen.
Sie sind allein in weiter Flur.
Der Rest liegt längst im Scheuer
Nun lockt in mir die Raubnatur: Weiterlesen

Vom Acker

Vom Acker

Frisch gepflügt liegt hier ein Acker
Boden gleichsam fein geeggt
So ein Traktor schafft das wacker –
Zeigt weithin, was in ihm steckt.
Wunderschöne zarte Rillen
Schmücken grad die Erdenhaut –
Nach des Landwirts besten Willen
Bodenpflege so ausschaut.
In die lockre Bodenkrume
wurde Gerstenkorn gesät.
Auf dem Feld wächst keine Blume,
Weil nur der Ertrag hier zählt.
Überall ruht glatt die Erde.
Kultiviert erscheint uns schön.
Dass das Korn erhaben werde,
wirkt pervers und sehr obszön.
Wo blieb nur die Erdenhaut,
in der reichlich Leben wohnte?
Ackerkrume tot ausschaut,
Seit sie Edaphon entthronte.
Böden sind nur noch Substrate –
Ganz entleibt und einsam leer.
Keiner wird für sie mehr Pate –
Kümmerer gibt es nicht mehr.
Zurück bleibt hier die Ackerfläche,
die fachlich gute Praxis zeigt.
Wenn ich erzürnt
Ins  Erdreich steche,
Keines Wurmes Seel
gen Himmel steigt.

Da mach ich mich vom Acker…

Da mach ich mich vom Acker…

Die Wintergerste reift zu früh
Nach regenlosen Zeiten.
Der Mais gibt sich seit Tagen Müh,
Sein Blattwerk auszuspreiten.
Kartoffeln zeigen welkes Stroh
Lässt Knollen kaum erstarken.
Der Rapsertrag stimmt auch nicht froh –
Heu lässt sich spärlich harken.
Die Landwirtschaft braucht Höchstertrag –
Sonst gibt es nichts zu erben.
Auch wenn es nur am Wetter lag,
droht weiter Höfesterben. Weiterlesen