Gerhard Laukötter's Blog

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Tote Blüten Unterm Birnbaum regnet es beträchtlich. Ein schwacher Windhauch wirkt so mächtig, dass tote Blütenstiele brechen – wie brauner Schnee sind all die Flächen, wo tagelang hier Leichen fallen. Doch dieses Schicksal droht nicht allen. Vielleicht eine aus tausend ist befruchtet Ihr Blütenbauch scheint rund gebuchtet. Da wächst nun eine kleine Frucht. Die Biene hat sie gut besucht. Was hat der Birnbaum toll geblüht! Die ganze Krone grell geglüht vor lauter… Weiterlesen

Fast nichts im Wege Raues Gestein in allen Größen liegt auf dem Weg mir tief zu Füßen. Jeder Schritt der knackt und kracht, weil meine Sohle Druck hier macht. Wie anders fühlt der Weg im Wald, wo gar nichts – nur ein Ast mal knallt, wenn ich auf ihn den Fuß schwer setze und sein Skelett brüchig verletze. Sonst kann aus Moos und Blätterschichten ein weiches Bett sich hier einrichten. Doch schnell… Weiterlesen

Papilio Die Leichtigkeit des frohen Seins liegt hier weit außerhalb des Weins. In frühlingshaften, lauen Lüften aromenhaft gewürzt mit Düften will er aus tausend Blütenmündern, den süßen Nektar saugend plündern. Er tanzt im Wind, gaukelt ins Freie zieht flatternd Kreise immer neue. Er schaukelt trunken hin und her dann segelt er schwerelos gen Meer. Doch bald schon kehrt er gern zurück. Denn nur an Land findet er sein Glück. Ob Fenchel, Dill… Weiterlesen

Überall nun Aufbruchstimmung Es ist nun Zeit für Explosionen. Nichts will mehr abgrundtief noch wohnen. Am Schlehenzweig da springen heut die ersten Blüten auf. Das freut die ausgehungerten Insekten, die lang nicht mehr am Nektar leckten. Gewaltig drückt aus dem Gemüsebeet feuerrot, wie ihr im Bilde seht, Rhabarber aus dem Erdenreich. Ein zweites Blatt , das schlüpft sogleich. Die Hülle kann den Druck noch halten. Doch bald wird alles sich entfalten.

Zuwachs Wer jetzt gerade im April Besonderes erleben will, der sollte seine Augen lenken und dem Geäst die Blicke schenken. Im Märzen waren Bäume leer Die Knospen drückten zwar schon schwer. Manch Strauch, manch Busch wollte erst blühn, vergaß zunächst noch jedes Grün. Nur ein paar Wochen frühlingsspäter sprießen hervor die neuen Blätter. War Baumgestalt kalt transparent, so wuchs ihr nun sein grünes Hemd. Der Zuwachs war richtig enorm. Die Sonne steigert… Weiterlesen

Zu kalt Polarwind friert den Frühling ein. Kaum trillert noch ein Vögelein. Wo sich die Wasserfrösche sonnten – – was sie um diese Zeit oft konnten – Sumpfdottergelb fröstelt heut sehr ganz eingestellt der Luftverkehr. Lässt sich die Sonne kurz mal sehen, wollen Taumelkäfer Runden drehen. Dann schüttet nächste Wolke fies. Das Lenzgefühl gerät nur mies. Die Wolkenrichtung hat gedreht. Was uns zur Zeit entgegen weht, beschert sogleich ne Gänsehaut. Doch wer… Weiterlesen

Soldatenpetersilie Was der weit verrankte Gundermann mit seinen Inhaltsstoffen kann, das kannten schon zu Alterszeiten die Kräuterfrauen, die Gescheiten. Nicht nur für Hildegard von Bingen sollte Glechoma Heilkraft bringen. Wofür ist Gundermann denn gut? Als frisches Blatt oder als Sud hilft er bei Leber-, Nierenleiden Auch sucht er Kopfweh zu vermeiden. Schmerzt die Hüfte, ist das Ohr gemein, dann darf das Kraut wohl nützlich sein. Selbst bei Eiterbeulen und Abszessen kann sich… Weiterlesen

Drei Narzissen Drei Narzissen sprießen im Niemandsland hinter dem Wegesrand. Sie stehen dort einsam und leer. Niemand mehr weiß von ihrem Beginn. Wie kamen sie hierhin? Ihre eigentlichen Verwandten die standen im feuchten Auengrün. Narzissenmeere blühen gelb im Perlenbachtal in Überzahl. Diese aussätzigen Blüten hüten ihre Herkunft verschwiegen. Ihre schmucken Münder wiegen in kalter Aprilen Luft fast ohne Duft.

Frühlingsbläuling Im Blühkonzert der Frühlingsblumen da spielen gern drei Farben mit. Aus warm erwachten Bodenkrumen macht Bärlauchgrünes Appetit. Das duftig Kraut erheitert weiß, das Buschwindrosen heut schon schenken. Am Feldrand will ein Ehrenpreis mit Himmelblau Interesse lenken. Das Scharbockkraut bedeckt wie Kissen den feuchten Boden – gelbgespickt Es liefert Bienen Leckerbissen, so lang es in die Sonne blinkt. In zartem Rosa fein gewandet so kleidet sich manch Lerchensporn. Bei ihm die schwere… Weiterlesen

Die erste Libelle Vor wenigen Tagen sind die Wasserfrösche aufgetaucht. Sie wollten sogleich sonnenbaden Haben sich am Ufer warm aufgebaucht. Laufe ich am Teich vorbei, Springen sie eins, zwei, drei In hohem Bogen ins Wasser zurück. Denn sie suchen ihr Glück In fast panischer Flucht -. Als wären sie polizeilich gesucht. Als alle Grünfrösche in der Tiefe verschwunden, ihre Verstecke gefunden, blickte ich noch träumend auf die Eintauchstelle.