Papilio

Papilio

Die Leichtigkeit des frohen Seins
liegt hier weit außerhalb des Weins.
In frühlingshaften, lauen Lüften
aromenhaft gewürzt mit Düften
will er aus tausend Blütenmündern,
den süßen Nektar saugend plündern.
Er tanzt im Wind, gaukelt ins Freie
zieht flatternd Kreise immer neue.
Er schaukelt trunken hin und her
dann segelt er schwerelos gen Meer.
Doch bald schon kehrt er gern zurück.
Denn nur an Land findet er sein Glück.
Ob Fenchel, Dill oder die wilde Möhre
die aufgerollte lange Röhre
ist schnell gestreckt zum Blütengrund
schleckt süßen Saft tief in den Mund. Weiterlesen

Überall nun Aufbruchstimmung

Überall nun Aufbruchstimmung

Es ist nun Zeit für Explosionen.
Nichts will mehr abgrundtief noch wohnen.
Am Schlehenzweig da springen heut
die ersten Blüten auf. Das freut
die ausgehungerten Insekten,
die lang nicht mehr am Nektar leckten.
Gewaltig drückt aus dem Gemüsebeet
feuerrot, wie ihr im Bilde seht,
Rhabarber aus dem Erdenreich.
Ein zweites Blatt , das schlüpft sogleich.
Die Hülle kann den Druck noch halten.
Doch bald wird alles sich entfalten. Weiterlesen

Zuwachs

Zuwachs

Wer jetzt gerade im April
Besonderes erleben will,
der sollte seine Augen lenken
und dem Geäst die Blicke schenken.
Im Märzen waren Bäume leer
Die Knospen drückten zwar schon schwer.
Manch Strauch, manch Busch wollte erst blühn,
vergaß zunächst noch jedes Grün.
Nur ein paar Wochen frühlingsspäter
sprießen hervor die neuen Blätter.
War Baumgestalt kalt transparent,
so wuchs ihr nun sein grünes Hemd.
Der Zuwachs war richtig enorm.
Die Sonne steigert noch die Form,
wie Blätter sich ganz rasch entfalten,
zeugt irgendwie von Urgewalten.
Denn jedem Baum tickt seine Uhr.
So klingelt pünktlich die Natur.
Sie lässt die Blätter herrlich sprießen
und neue Zweige heftig schießen.
Nicht alle blättern zur gleichen Zeit.
Manche sind februarbereit.
Letzte brauchen sogar den Mai,
bis blätterlos ist dann vorbei. Weiterlesen

Zu kalt

P1140255Zu kalt

Polarwind friert den Frühling ein.
Kaum trillert noch ein Vögelein.
Wo sich die Wasserfrösche sonnten –
– was sie um diese Zeit oft konnten –
Sumpfdottergelb fröstelt heut sehr
ganz eingestellt der Luftverkehr.
Lässt sich die Sonne kurz mal sehen,
wollen Taumelkäfer Runden drehen.
Dann schüttet nächste Wolke fies.
Das Lenzgefühl gerät nur mies.
Die Wolkenrichtung hat gedreht.
Was uns zur Zeit entgegen weht,
beschert sogleich ne Gänsehaut.
Doch wer sich seine Gans beschaut,
der sieht doch bloß ein Federkleid.
Die Gänsehaut, die weiß Bescheid,
wie sie sich schützt vor kaltem Wind –
flauschig war schon das Gänsekind,
als es grad aus dem Ei geschlüpft
und bald danach ins Wasser hüpft.
Die Gänsehaut, die so oft zitiert,
zeigt sich, wenn Gans wurd grad krepiert.
Ist sie gerupft, der Federn beraubt,
erscheint der Körper aufgeraut,
wo vorher Federkiele steckten,
sich überall nun Zipfel reckten. Weiterlesen

Soldatenpetersilie

P1140202Soldatenpetersilie

Was der weit verrankte Gundermann
mit seinen Inhaltsstoffen kann,
das kannten schon zu Alterszeiten
die Kräuterfrauen, die Gescheiten.
Nicht nur für Hildegard von Bingen
sollte Glechoma Heilkraft bringen.
Wofür ist Gundermann denn gut?
Als frisches Blatt oder als Sud
hilft er bei Leber-, Nierenleiden
Auch sucht er Kopfweh zu vermeiden.
Schmerzt die Hüfte, ist das Ohr gemein,
dann darf das Kraut wohl nützlich sein.
Selbst bei Eiterbeulen und Abszessen
kann sich die Heilkraft gut hier messen.
Als Hopfen noch nicht so bekannt,
nahm man den Gundermann zu Hand
und würzte kräftig damit Bier.
Das Kraut für sich ist bitter schier.
Frische Blätter kauten auch die Soldaten
Sie nahmen sie aus dem Wildnisgarten
Immer wieder mal Blatt für Blatt,
damit zur Würze kommt der Salat.

Gundermann wächst gerne auch im Garten.
Man braucht auf ihn dort kaum zu warten.
Als Heckenkieker überall bekannt
gedeiht er räkelnd im ganzen Land.
Seine Blätter sind hübsch anzusehen.
Doch wenn dann erst die Blüten stehen,
dann tüpfelt überall ein violettes Blau
ab frühen April die Blütenschau.
Der Gundermann der rankt sehr schnell.
Bald überall erscheint der Gesell.
Er kriecht durch alle Beete quer.
Von irgendwo kommt er stets her.
Da er nur schwache Wurzeln hat,
findet Bekämpfung einfach statt.
Meterlange Rankenbänder
säumen oft der Wege Ränder.
Auch wenn man diese Pflanze liebt,
ihr reichlich Platz im Garten gibt,
will diese Pflanze ständig mehr
zu viel von ihr, ist auch nicht fair.
So reiß ich Gundermann oft aus.
Er bleibt mir treu rund um das Haus.
Hühner, Schafe mögen ihn nicht.
Sie üben sich im Fraßverzicht.
Am End landet er im Kompost
mit Rasenschnitt und faulem Obst.
Jetzt blüht er gerad und lockt Insekten,
die verführt Nektartröpfchen lecken.
Zitronenfalter, Hummeln, Bienen
sich an den Lippen reich bedienen.
Der Gundermann ist heiß begehrt,
weil jeder Rüssel ihn gern leert.

Drei Narzissen

P1140066Drei Narzissen

Drei Narzissen
sprießen
im Niemandsland
hinter dem Wegesrand.
Sie stehen dort einsam und leer.
Niemand mehr
weiß von ihrem Beginn.
Wie kamen sie hierhin?
Ihre eigentlichen Verwandten
die standen
im feuchten Auengrün.
Narzissenmeere blühen
gelb im Perlenbachtal
in Überzahl.
Diese aussätzigen Blüten
hüten
ihre Herkunft verschwiegen.
Ihre schmucken Münder wiegen
in kalter Aprilen Luft
fast ohne Duft. Weiterlesen

Frühlingsbläuling

LeberblümchenFrühlingsbläuling

Im Blühkonzert der Frühlingsblumen
da spielen gern drei Farben mit.
Aus warm erwachten Bodenkrumen
macht Bärlauchgrünes Appetit.
Das duftig Kraut erheitert weiß,
das Buschwindrosen heut schon schenken.
Am Feldrand will ein Ehrenpreis
mit Himmelblau Interesse lenken.
Das Scharbockkraut bedeckt wie Kissen
den feuchten Boden – gelbgespickt
Es liefert Bienen Leckerbissen,
so lang es in die Sonne blinkt.
In zartem Rosa fein gewandet
so kleidet sich manch Lerchensporn.
Bei ihm die schwere Hummel landet.
Sie sammelt fleißig Pollenkorn.
Zwei Pflanzen fahren gern ins Blaue:
das Leberblümchen, Immergrün.
So wie ich ihre Blüten schaue,
vergesse ich die Alltagsmühn. Weiterlesen