Kaninchenplage

Kaninchenplage

Bei meinen Spaziergängen durch Wald und Feld
merkte ich irgendwann, dass hier etwas fehlt.
Auch in Grünanlage, Friedhof und Garten
muss ich zuletzt meistens sehr lange warten,
bis ich ein Kaninchen am Boden hoppeln sehe.
Das war anders, wenn ich in die Jugendzeit drehe.
Allerorten waren Karnickelspuren unübersehbar.
In jedem Sandhaufen im Neubaugebiet waren sie da.
In jeder Rasenfläche, in den Parks neu angelegt,
wurde von den kleinen Hasen viel Erde bewegt.
Alle die geselligen Gruppen bei Dämmerung fraßen
und dann auch ihre Verdauung keineswegs vergaßen.
Wohlgeformte Kaninchenköttel lagen weit verstreut.
Das hat vor allem Gartenfreunde weniger erfreut. Weiterlesen

Die weiteren Leben

Die weiteren Leben

Warum der tote Baum hier liegt –
wohl niemand eine Antwort gibt.
War es der Sturm, der ihn zerbrach?
Oder kam der besondere Tag,
an dem durchforstet dieser Wald
mit Motorsäge fiel er bald.
Dieser Baum war höchstens mittelalt,
als solch ein Schicksal für ihn galt.
So tot, wie er als Baum nun war,
kam neues Leben – was dann geschah
hat vielen erst die Chance gegeben
im morschen Stamm für sich zu leben.
Das Leichenholz ist begrünt vom Moos.
Auch sonst ist sichtbar hier viel los.
Es sprießen Pilze in großer Zahl
Ihr Name ist mir ganz egal.
Würd ich den Stamm gut untersuchen,
fänd ich in solchen Totholzbuchen
eine große Schar von Kleingetier: Weiterlesen

Nahezu unberührte Gewässergüte

Nahezu unberührte Gewässergüte

Ein Eifelbach nicht namenlos
der wurde im Betrachten groß.
Ich stand am Sonntag am Uferrand
und machte mich mit ihm bekannt.
Was mir als erstes gut gefiel,
das war sein schönes Wellenspiel.
Bachwasser floss ins Tal hinab
und jeder Stein im Fließen gab
dem Strömen seine eigene Welle.
Nirgendwo gab es eine gleiche Stelle.
Das Foto, das ich dort gemacht ,
hat mir noch mehr Kenntnisse gebracht. Weiterlesen

Wasserträume

Wasserträume

Glitzernd, spiegelnd wellig kräuselnd
liegt der Teich in grünem Grund.
Warmer Wind an Blättern säuselnd
Wasser riecht aus seinem Mund.
Auf der alten Bank da sitze
ich und träume vor mich her.
Sehe auf der Binsenspitze
der Libellen Wiederkehr.
Runden fliegend, flatternd, kreisend
Flügel blinken sonnig hell –
cyanblau gefärbte Reisen
mal fast schwebend dann sehr schnell.
Aus dem Wasser taucht die Spitze
einer Schnauze etwas auf. Weiterlesen

In was für einer Welt leben wir eigentlich?

P1140185In was für einer Welt leben wir eigentlich?
(Szen-Bemerkungen)

In einer Welt,
in der sich Menschen in Menschenmengen in die Luft sprengen,
um religiöse wie politische Wahnvorstellungen zu bedienen.

In einer Welt,
in der vor aller Welt missliebige Politiker mit Satire verurteilt werden,
die nur noch aus verbaler Gewalt, Obszönitäten und Menschenverachtung besteht.

In einer Welt,
in der Politiker noch nie so viel über Frieden verhandeln –
gleichzeitig aber ihren Handel mit immer zerstörerischen Waffen
in Krisengebieten zu neuen Rekorden treiben.

In einer Welt,
in der eine Kuh 32000 Liter Milch im Jahr produziert, in der die Anzahl der laktosefreien Produkte ins Unermessliche steigt und wo im Winter die Kilopreise für Äpfel höher liegen
als die für Schweinefleisch.

In einer Welt,
in der die abendliche Fernsehwerbung nur noch aus Diätpulvern, Schmerzmitteln, Abführtropfen, Schlafverbesserern, Demenzverzögerern und Harntreibern besteht. Weiterlesen

Gibt es das geniale Herbizid?

P1130911Gibt es das geniale Herbizid?

Partielle Pflanzenlosigkeit
ein Saatbeet ohne Konkurrenzen
ein Wirkstoff mit kürzester Halbwertzeit
wird fast zum Spiel ohne Grenzen.
Die Wunderdroge Glyphosat
kann jeden Aufwuchs hemmen.
Bekannt geworden als Roundup
soll es all Unkraut dämmen.
Es wirkt auf jedem grünen Blatt
was nicht genmanipuliert.
Die Pflanzen sind bald matt und platt,
denn Leben hier verliert.
Die ganze Welt kennt Glyphosat:
die Wunderwaffe der Chemie.
Wer dieses Herbizid in Händen hat,
herrscht über Leitmagie. Weiterlesen

Mehr als ein Knick in der Landschaft

P1130597Mehr als ein Knick in der Landschaft

Hoch im Norden ziemlich nah an Dänemark
ist die Landschaft fast noch wie ein Park.
Dort grünen Wiesen meist in großer Überzahl
Der Ackerbau bleibt vorerst zweite Wahl.
Nur weite Wälder findet man hier selten oder nicht
Auf Schleswig-Holsteins Boden landet somit reichlich Licht.
Fast jede Weide wird geschützt von einer Hecke.
Die Fläche wird umwallt für diese Zwecke.
Im Eiszeitsandgeschiebe kam so mancher runde Stein
vor langer Zeit in diese Landschaft dann herein.
Im Erdreich wurden sie als Findlinge benannt
und nach dem Lesen an die Ränder hin verbannt.
Mit Grassoden und etwas Boden zugedeckt
wurde mit Baum und Strauch der Wall nun aufgeheckt.
Diese Form der Hecke diente zum Schutz – war Grenze auch.
Auch bremste sich der steife Wind im Reiserstrauch.
Manch langer Ast wurde zudem beizeiten abgeknickt
und in den Heckenkörper sorgsam eingeflickt. Weiterlesen

Rüsselkäferspurenrätsel

BorkenkäferRüsselkäferspurenrätsel

Beim Wandern liegt ein Baumstamm quer.
Das ist wohl allzu lang nicht her.
Der Sturm knockte ihn hier k. o.
Das Schicksal spielt nun einmal so.
Ich wollte drüber, weitergehen
da blieb ich doch noch etwas stehen.
Der Stamm hatt keine Rinde mehr
doch feinste Spuren allzu sehr.
Wie Hieroglyphen sah ich Zeichen
schön verteilt wie Holztattoos.
Manche schienen sich zu gleichen.
Wer hinterließ hier seinen Gruß?
Borkenkäfer kamen mir in den Sinn
Sie fressen gern im Baum versteckt.
Stecken Eier in die Borke drin,
den Tieren Holzschnitzel gut schmeckt.
Dies Fraßbild hat mich fasziniert.
Ich wollt den Täter besser kennen. Weiterlesen

Baumleichenschau

TotholzkörperBaumleichenschau

Seit Jahren liegt sie hier schon da.
Die Leiche, die ein Baum mal war.
Wie ein Skelett ruhn Stamm und Ast
Entrindet ganz von allem Bast.
Beerdigung währt Ewigkeiten
Totengräber brauchen Zeiten,
als wären sie vom andren Stern
Ihr Humusziel: unendlich fern.
Vom Baum verblieb nur totes Holz
Gebrochen Größe, Wipfelstolz.
Am Boden – fast wie aufgebahrt
Liegt Buchentorso unverscharrt.
Die kleinen Äste fehlen schon
Die haben Assel und ihr Sohn
Mandibelscharf recht gut zerkaut
Ihr Kot wurde noch oft verdaut,
bis dass jedweder Buchenast
in humuskleinste Teilchen passt. Weiterlesen

Auf der wilden Möhre

P1290090Auf der wilden Möhre

Seit ein paar Jahren
wächst vorne im Garten
Ein Doldenblütler
wohl aus Wildblumensaaten.
Ich wusste lange Zeit nicht,
was für ein Kraut das war.
Doch was auf den Blütentellern
im Junisommer geschah,
das war wie ein gedrängter Insektenzoo
und machte das Herz eines Biologen froh.
Der schaute dann in der Botanik nach:
Das brachte „ Wilde Möhre“ an den Tag.
Die Bestimmung gelang auch zweifelsfrei;
Denn die Dolde hat immer grüne Blätter dabei.
Ab Juni lockt
betörender Blütenduft
Weithin riechbar
in wohliger Sommerluft.
Beflügelt kommen sie angeflogen
Ganz voller Sucht nach den Nektardrogen. Weiterlesen