Randerscheinungen

Randerscheinungen

Ein Feldweg, den ich oft begehe
beginnt zuhause ganz in der Nähe.
Links wächst mal Mais oder dann Gerste.
Rechts erfolgt bald der Grünschnitt und zwar der erste.
Der Saum dazwischen lebt als Brache
Der Zufall wächst hier in eigener Sache.
Wildkräuter, Gräser, Schlehengebüsch
machen den Streifen nicht sonderlich hübsch.
Doch führt die Natur noch etwas Regie.
Auf den Feldern daneben herrscht Monotonie.
Ein paar Meter des Weges sind heftig erblüht.
Solch ein Reichtum sich fast paradiesisch anfühlt. Weiterlesen

Da war einmal…

Da war einmal…

Da war einmal ein Paradies,
das durch den Menschen Erde hieß.
Vom Meeresgrund zur Bergeshöhe
gab es Getier – sogar Gletscherflöhe.
Wo Boden war -nicht eiseskalt -,
da wuchs schon bald viel Regenwald.
In einer kleinen Ewigkeit
entstand großartig Vielfältigkeit
an Wesen auf diesem Planet,
dass man in Staunen nur vergeht.
Das kleine Stück vom Meeresgrund
erlebte manch ungetrübte Stund.
Schnecken und Muscheln aufgehäuft
zeigen, wie damals Leben läuft.
Millionen Jahre sind sie schon tot.
Doch was sich damals ihnen bot,
war heile Welt – noch menschenlos.
Was dann geschah- ist beispiellos. Weiterlesen

Nur Verzicht bringt Licht

Nur Verzicht bringt Licht

Staatliche Politik schafft ihn wohl nicht:
einen drastischen, ehrlichen Wachstumsverzicht.
Dem Klimawandel wird nur ein wenig entgegengewirkt.
Ein fernes Ziel auf einer langen Strecke markiert.
Wohlstand und Wachstum werden beschworen.
Nur eine boomende Wirtschaft ist scheinbar geboren,
die Umwelt zu schützen, das Klima zu bessern,
damit schmelzende Eispole nicht Küstenstädte verwässern.
Mit der aktuellen Politik wird fast gar nichts gelingen.
Sie wird nur noch rascher Probleme näher bringen.

Einzig und allein Verzicht bringt etwas Licht
in eine Welt, die an der Menschheit zerbricht. Weiterlesen

Osterpilze

Osterpilze

Eigentlich sind meine Blicke zur Zeit blütenfixiert
doch dann passiert
etwas Sonderbares im Garten.
Das konnte ich kaum so erwarten.
Drei seltsame Pilze kamen wohl über Nacht –
was mich ziemlich stutzig macht.
Große Pilze im April –
macht die Natur jetzt, was sie will?
Dann dämmerte mir ein klärendes Licht.
Gibt es im Frühling Morcheln nicht?
Ganz schnell stand dann fest:
Hier gibt`s Morcheln zum Osterfest. Weiterlesen

Tierausstellung

Tierausstellung

Man macht eine Reise in die Ferne
und besucht am Urlaubsort gerne
ein Aquarium oder einen Zoo –
Botanische Gärten sowieso.
Ich war in einem Nationalaquarium.
Lauter Meerestiere waren um mich herum.
Doch nicht nur aus dem nahen Mittelmeer.
Die Tiere kamen aus fast allen Ozeanen her.
Viel gab es zu sehen, darunter marine Leckerbissen
seltsame Tiere, von denen wir wenig wissen.
Auch Insekten und Reptilien waren ausgestellt.
Auch die kamen wohl aus der ganzen Welt.

Alle waren in kleinen Becken eingesperrt –
ein Leben in Freiheit für immer verwehrt.
Ob die Tiere unglücklich im Gefängnis leben,
dazu lässt sich schwerlich eine Antwort geben.
An Futter und Hygiene fehlt es kaum.
Doch ihr elendig kleiner Lebensraum
nimmt ihnen die grenzenlose Freiheit.
Alles ist hier menschengesteuert. Weiterlesen

Tintenfischtragödien

Tintenfischtragödien

Auf Mittelmeerinseln Fischmärkte locken:
Frutti di mare so weit das Auge reicht.
Manche Tierschicksale jedoch Seelen schocken,
noch bevor der Tod ihre Augen bleicht.
Nachtgefangener Fisch frisch gegrillt serviert –
davon träumt manch Reisender – er verliert
sich dabei ganz in seinen besonderen Genuss.
Die tausende Fischleichen machen kaum Verdruss.
Dass Fischer nachhaltig Fischerei betreiben,
das will niemand ihnen an ihrer Stelle verneiden.
Viele Besucher des Marktes erleben Artenvielfalten,
die sie zuvor wohl für unmöglich haben gehalten.
Mancher Fang erzeugt auch Ekelreaktionen,
die die Gefühlsetagen wenig schonen. Weiterlesen

Limnephilus, der Wasserfreund

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Limnephilus, der Wasserfreund

Der kleine Wiesentümpel
erstickt fast im Gerümpel,
das arglos wird versenkt:
es wird ihm ja geschenkt.
Die Wasserpflanzen decken
den Müll noch zärtlich zu.
Und viele Tiere stecken
auf mal im alten Schuh.

Mein Blick geht in die Tiefe.
Dort seh ich zartes Rohr.
Bewegt sich, als ob es liefe,
so kam es gerad mir vor.
Ich fischte mit meinen Händen
dies Röhrchen dann an Land.
In seinen grünen Wänden
ein Tierchen drin ich fand. Weiterlesen