Koifliche Fische

Koifliche Fische

Was hier bunt schwimmt,
gern Futter entgegen nimmt,
sind bunte Kois in einem Teich.
Neugierig kommen sie sogleich,
wenn sich am Rand ein Mensch mal zeigt
den Kopf zum Wasser tiefer neigt.
Japanisch ist der Garten hier
Eleganz und Ordnung zeigen mir,
hier ist der Ort gänzlich verplant.
denn Wildnis wird hier abgemahnt.
Zurück zu buntgescheckten Fischen,
die turbulent das Wasser mischen.
Die Tiere sind bei uns eher fremd.
Zu bunt ist doch ihr Ausgehhemd.
Unser Karpfen trägt ein Silberkleid,
ist auch zu dunklem Braun bereit.
Knallbunt sind Kois erst recht begehrt.
Das steigert mächtig den Marktwert. Weiterlesen

Muschelmeer

Muschelmeer

Warum liebe ich so die brausenden Wellen,
die im Strandsand berstend in sich zerschellen?
Weshalb erfüllt mich der unendliche Horizont,
der von tiefster Sonne so feurig besonnt?
Meia Praia heißt dieser faszinierende Flecken,
wo ausufernde Wasser Muschelschalen belecken.
Eigentlich nur tote Skelette kalkmanifestiert
sind sie durch Fluten an den Strandsand saltiert.
Ein Meer halber Schalen bezeugt altes Leben.
Im tieferen Wasser wird es Natürliches geben.
Venus- und Herzmuscheln sind aufs Engste vereint.
Dezembermorgensonne mild auf sie scheint.
Als Stillleben am Strand tost es hier richtig laut.
Die Front frischen Wassers stetig Walzen aufbaut.
Auch im Alter das Sammlerherz mitunter erwacht.
Durch schönste Conchylien die Begierde erwacht. Weiterlesen

Artenerosion

Artenerosion

Die Welt gewinnt täglich an Menschen mehr
verliert aber an Arten dafür um so sehr.
Wenn homo sapiens Milliardenmarken knackt,
die Biodiversität an Arten tief ins Minus sackt.
Zahlt Menschheitswachstum mit neuen Rekorden
mit einem Lebendigkeitsverlust durch Artenermorden?
Ich gebe meinen Enkeln eine Welt in die Hand,
aus der während meiner Zeit so viel Leben verschwand.
Neulich fand ich auf dem Trödel ein schönes Objekt,
in dem ein Stück Trauer der Weltmeere steckt.
Ein Korallenskelett hübsch gewachsen einmal.
Darin lebten einst Polypen in fast unglaublicher Zahl.
Vielleicht wurde das Stück schon tot aus dem Riff gerissen –
doch auch diese Tat beruhigt kaum mein Gewissen.
Diese Korallen wurden fürs Aquarium gehandelt.
So wurde ein Fischgefängnis mit Zauber verwandelt.
Heute sterben oder siechen Korallenriffe dahin –
eine Rettung utopisch, macht scheinbar keinen Sinn.
An toten Korallen werden wir reichlich bald erben.
Dafür musste atemberaubende Vielfalt einfach nur sterben.
Gestern war in den Medien erneut darüber zu lesen,
die Zeit der Insekten ist für die meisten wohl gewesen.
Dreiviertel Sechsbeiner fehlen an gut untersuchten Orten.
Mir fehlt fast die Sprache mit geeigneten Worten. Weiterlesen

Wintergerstenährenmeer

Wintergerstenährenmeer

In der warmen Juniluft
wiegen sich die Gerstenähren.
Ihre Blüten ohne viel Duft
nur der Wind hilft beim Vermehren.
Pollenwolken bringen morgen
all den Blüten später Korn.
Reiche Ernte nimmt die Sorgen
wenig Scheffel bringt oft Zorn.
Auf dem Feld reift nur noch Gerste
Kornblume, Mohn sind ackerfern.
Für den Landwirt gilt das Erste
Unkräuter früh abzuwehrn.
Drei Hektar: nur eine Pflanze
Auch der Tierwelt geht es schlecht.
Schnecke, Wurm, Käfer und Wanze
verlieren hier ihr Lebensrecht. Weiterlesen

Balkenschröter

Balkenschröter

Nur mal eben
zugegeben:
mit Balkenschrötern habe ich –
nicht wunderlich –
eher sehr selten zu tun
aber nun –
wo ich auf ihn gestoßen bin,
macht es Sinn,
ihn zu respektieren
auf ihn zu reagieren.
Dass ich ihn sofort erkannte,
seinen Namen nannte,
liegt an der Studienzeit,
die eine Ewigkeit
zurückliegt
Manche Erinnerung fliegt
ins Gedächtnis zurück
Finderglück.
Beim Aufräumen
vom toten Holz von Bäumen
saß das schwarze Tier
im Mulme hier.
Die Balkenschröter sind –
wie ich find –
fast unverwechselbar-
aber selten nah.
In meinem Leben
habe ich neben
unzählig vielen Insekten,
die mein Interesse weckten,
nur zwei- oder dreimal
Balkenschröter gesehen.
Solch ein Geschehen
war gestern genau.
Zufällig schau
ich in Holzfaserreste.
Nicht das Allerbeste
denke ich mir:
doch dann kam das Tier.
Es kreuzten sich unsere Wege.
Ich lege
Das robuste Tier
vor die Augen mir.
Wie different ,
wenn man es so nennt,
sind unsere Leben gelaufen:
Hier reicht ein Haufen
modriges Holz
zum Glück ohne Stolz. Weiterlesen

Schnabulieren

Schnabulieren

Seit drei Jahren kommen sie wieder
mit schwarzweißem Gefieder –
ihre hohen Stelzen wie der Schnabel in rot
ein Anblick, der sich nur kurze Zeit bot.
Kaum hatte der Bauer die Wiese gemäht,
das Schnittgut mit dem Kreisel locker verweht
da landeten drei Adebare im frischen Gras.
Sie kamen nicht nur so zum Spaß.
Die Störche wissen scheinbar genau,
ist der Himmel ein paar Tage himmlisch blau,
dann hofft der Landwirt auf trockenes Heu.
Diese Erfahrung ist keinesfalls neu.
Beim Schnitt wird einiges Getier gestört
Manche Maus trifft dabei das scharfe Schwert.
So ist der Tisch bald reichlich gedeckt.
Das Gute im Schnittgut am Boden versteckt.
So stochert der Schnabel eifrig nach Beute
doch wirklich ausschließlich gerade heute.
Nur der frühe Storch verschlingt die Maus.
Er bringt sie bald danach nach Haus.
Dort betteln im Nest die Storchenkinder
recken hungrig empor die Schnabelmünder. Weiterlesen

Sag mir….

p1150825Sag mir…

Sag mir, wo der Regen ist –
wo ist er geblieben?
Sag mir, wo der Regen ist –
Wolken sind so fern.
Sag mir, wo der Regen ist –
weht nur ständig heißer Wind
Klimawandel zu verstehen,
lernt vielleicht das Kind.

Sag mir, wo die Blumen sind –
wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Blüten sind –
Buntheit ist so fern.
Sag mir, wo die Vielfalt ist
Wiesen waren immer bunt.
Seit sie nur noch Gülle säen,
einsam wird der Grund.

Sag mir, wo die Schweine sind-
wo sind sie geblieben? Weiterlesen